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Für mehr Barmherzigkeit

Imran Khans Wahlsieg könnte Pakistan positiv verändern

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Foto: Imran Khan (official), Facebook

Der neue, charismatische Premier Imran Khan muss vieles reformieren: Wirtschaft, Wasserversorgung, Polizei und Justiz, Korruption sowie Ökologie.

(iz). Am 28. Juli verkündeten Wahlbeamte, dass die Partei des beliebten pakistanischen Politikers Imran Khan, Tehreek-e-Insaf oder PTI, die relative Mehrheit aller Sitze in der Nationalversammlung auf sich vereinen konnte. Das ist das erste Mal seit langer Zeit in der Geschichte des zweitgrößten muslimischen Landes der Erde, dass eine Partei an die Macht kommt, die nicht an eine der maßgeblichen ­Familiendynastien gebunden ist.

„Die Menschen standen Schlange vor den Wahlbüros. Sie waren lebendig und guter Stimmung, was ein Signal ist, dass sie Demokratie wollen und Terrorismus zurückweisen“, beschrieb der Analyst Khadim Hussain die Abstimmung. Die PTI stellt in einer Koalition mit kleineren Parteien nun die Regierung. Die bisherigen dynastischen Parteien PML-N (Sharif) und PPP (Bhutto) wurden in die Opposition geschickt. Zusammen mit dem Militär haben diese das Land seit mehr als vier Jahrzehnten dominiert.

Auf seiner Siegesrede wandte sich Khan unter anderem gegen Terror und Extremismus in der Region und versprach, auf friedliche Mittel zu setzen. „Wir wollen bessere Beziehungen zu unseren Nachbarn Indien, Iran und Afghanistan, aber auch zu China und den USA, damit wir Frieden in der Region haben können.“

Khan versprach während seiner ersten Fernsehansprache nach der einfach gehaltenen Amtseinführung als Premierminister am 18. August in der Hauptstadt Islamabad, dass er Regierungsausgaben beschneiden und den Kampf gegen die allgegenwärtige Korruption aufnehmen werde. „In der Geschichte Pakistans gab es keine Wirtschaftskrise, die so groß ist wie die heutige.“ Imran Khan will nicht nur gegen die vielen Probleme des Landes vorgehen, sondern hat auch Visionen (siehe S. 9). Sein Ziel sei, Pakistan in einen „islamischen Wohlfahrtsstaat“ zu verwandeln. „Wir sind eine verschuldete Nation ohne Geld für unsere Kinder, unsere armen Leute und Bauern. Wir können unseren Leuten kein sauberes Trinkwasser geben.“ Momentan liegen die Auslandsschulden Pakistans bei mehr als 60 Milliarden Euro. Das sind mehr als ein Viertel des Bruttoinlandsprodukts. Nach Angaben der Zentralbank sind die Devisenreserven auf 8,75 Milliarden Euro gefallen.

Gleich nach seinem Amtsantritt unternahm er Schritte mit hohem Symbolgehalt. Khan kündigte an, mehr als 80 Fahrzeuge aus dem Wagenpark seiner Behörde versteigern zu wollen. Auch wolle er die Mehrheit der 524 Mitarbeiter entlassen, die in der Vergangenheit allein in der Residenz des pakistanischen Premierministeriums arbeiteten. Damit wolle er, so der beliebte Mann, ein Vorbild an Einfachheit für alle Regierungsführer und Angestellten sein. „Wenn wir uns vor dieser Zerstörung retten wollen, müssen wir unser Denken wandeln. Wir müssen unser Verhalten ändern (…). Und die wichtigste Sache hierbei ist, dass wir Barmherzigkeit in unseren Herzen schaffen müssen“, sagte Khan.

„Viele Pakistaner hegen Hoffnungen für einen neuen Anfang der Nation, seit Imran Khan als Premierminister eingeschworen wurde“, schrieb Aisha Khan in „The Plattform“. Das Magazin ist ein einflussreicher Meinungsträger für die pakistanische Gemeinschaft in Großbritannien. Sie sieht den neuen Premier vor enormen Herausforderungen – von der allgegenwärtigen Korruption, über die schwächelnde Wirtschaft bis zum „Kampf gegen den Terror“. Im Gegensatz zur Vergangenheit komme der neue Regierungschef nicht aus der feudalistischen Kaste, sondern stehe für „eine Politik des Wandels“. Gerade globale Kommentatoren hätten mit der neuen Lage ihre Probleme. Dank weitverbreiteter Islamfeindlichkeit könnten sie einen muslimisch geprägten Wahlsieger nicht verstehen, sondern denunzierten ihn als Anhänger der „Taliban“. Betrachtet man die letzten Jahre des Engagements von Imran Khan, erweisen sich solche Vorwürfe als kontrafaktisch. Dagegen spricht ebenso die Tatsache, dass er in dritter Ehe mit der bekannten Sufi-Gelehrten Bushra Maneka verheiratet ist.

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Malik Özkan

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