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„Gedanken am Freitag“

Muslime sollten nicht mit Trauer auf Anfeindungen der Außenwelt reagieren, meint Abdalqadir Schabel

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Foto: Kues | Freepik

Sicher hat der ein oder andere von euch von dem Vorfall am Kölner Hauptbahnhof gehört. Muslime im langen Gewand seien „Allahu akbar“ rufend zügig durch den Bahnhof gegangen. Verängstigte Bürger hätten daraufhin die Polizei gerufen, die die Muslime gefesselt und auf dem Boden liegend überprüft hätten.

Sicher kann man hinterfragen, ob es sehr sinnvoll ist, inmitten einer verunsicherten Gesellschaft, „Allahu akbar“ rufend oder sagend durch einen öffentlichen Raum zu gehen, der ohnehin als gefährdet gilt. Trotzdem zeigt dieser Vorfall, dass wir Muslime immer mehr unter Druck geraten und man versucht, uns in unserer Ausübung der Religion einzuschränken. Sei es das vor kurzem diskutierte Kopftuchverbot an Grundschulen, der Versuch, das Fasten unseren Kindern zu verbieten, oder jüngst die Überlegung, ein Moscheenregister mit Angaben wie Adresse, Nationalität oder welcher Imam die Freitagsansprache hält usw. anzulegen.

All diese Überlegungen werden natürlich auf Grundlage unseres Grundgesetzes rechtlich nicht durchführbar sein, doch schüren diese Überlegungen, durch ihre Präsenz in den Medien, in der hiesigen Mehrheitsgesellschaft die Abneigung gegen den Islam und die Muslime. Zudem wird ständig versucht, die verschiedenen muslimischen Gemeinden in unserem Land, mit ihren unterschiedlichen Nationalitäten, Kulturen und muslimischen Verständnissen, mit einem Netzwerk, einem „muslimbrudergesteuerten“ politischen Islam zu verknüpfen. Man stellt uns dar, als würden wir nach außen freundlich und kooperativ auftreten, in Wirklichkeit aber die Verwirklichung eines islamischen Staates anstreben.

Wir wissen was wir in unseren Herzen tragen und unsere wahren Absichten. Natürlich wünschen wir uns, dass Allahs Rechtleitung viele Menschen erreicht und sie sich zu ihm bekennen. Doch sind wir nicht Menschen, die das beschleunigen können, geschweige denn durch Zwang oder Gewalt unsere Mitmenschen unterdrücken wollen.

Lasst uns daher nicht traurig über Verleumdungen sein, lasst uns keine Angst vor Überwachung haben, wir haben nichts zu verbergen. Jeder von uns, der aufrichtig Allah dient, hat seinen Lohn und seinen Schutz bei Allah.

Vom Gesandten Muhammad, Allahs Segen und Heil auf ihm, können wir lernen, wie wir mit solchen Situationen umgehen können. Wir haben gehört, dass der Gesandte Muhammad Fsmi einen wunderbaren Charakter hatte. Dieser Umstand führte dazu, dass er in Makka ein angesehener, geschätzter Mann war. Er wurde der Vertrauenswürdige (al Amin) genannt und war dafür bekannt, dass er gerecht und hilfsbereit war. Zudem vertrauten die Mekkaner ihm ihr Vermögen an, um es für sie aufzubewahren. In Konfliktfällen wurde er zu Rate gezogen, um zu schlichten. Nach dem Befehl Allahs, den Glauben in die Öffentlichkeit zu tragen, begann Muhammad Fsmi, öffentlich zu Islam einzuladen.

Die Mekkaner fühlt sich angegriffen und in ihrer Existenz bedroht. Daraufhin versuchte man Muhammad, Allahs Segen und Heil auf ihm, zu bestechen, um ihn von seinem Auftrag abzuhalten. Als die Quraisch (sein Stamm) sahen, dass Islam nun wirklich „zur Gefahr“ wurde, begann man, die Muslime zu schmähen und anzugreifen, auch der Gesandte Allahs war Ziel von verbalen und physischen Angriffen. So wurde er beschimpft, bespuck, beim Gebet mit Unrat überschüttet, mit Steinen beworfen, geschlagen, man versuchte die Muslime in einem Getto auszuhungern und den Gesandten zu töten.

Trotz all dieser Vorfälle in Makka wurde der Gesandte Fsmi nicht müde,  seine Widersacher zum Islam aufzurufen.

„Oh Gesandter, wahrlich, Wir haben dich gesandt als Zeuge, Freudenverkünder und Warner. Und Rufer zu Allah mit Seiner Erlaubnis und als erleuchtetes Licht.“ 33:45-46

Der Ruf zu Allah ist Muhammads Leben, keine Verlockung und kein Leiden vermögen ihn abzubringen.

„Dazu rufe und stehe dazu, wie dir befohlen ward, und folge nicht ihren Gelüsten.“ 42:15

„Rufe zum Weg Deines Herrn, mit Weisheit und schöner Ermahnung.“ 16:125

Sein Verhalten bei Beleidigungen: „Und wenn sie dich sehen, treiben sie nur Spott mit dir: Ist das nicht der, den Allah als Gesandten erweckt hat?Wahrlich, er hätte uns beinahe irregeführt…“ 25:41

„Wenn du jene siehst, die über Unsere Zeichen töricht reden, dann wende dich ab von ihnen, bis sie zu einem anderen Gespräch übergehen.“ 6:68

„Wende ab das Böse mit Gutem; Wir wissen sehr wohl, was sie von dir aussagen.“ 23:96

„Und ertrage in Geduld alles was sie reden; und halte dich von ihnen in angenehmer Weise zurück.“ 73:10

Aischa berichtete, dass einmal Juden zum Propheten kamen und sagten: „Strafe komme über dich.“ Da erwiderte Aischa: „Über euch auch, und Allah verfluche euch und Allahs Zorn sei über euch.“ Da sagte er: „Langsam, Aischa, sei freundlich und meide die Schroffheit.“ Buchari

„Und um der Barmherzigkeit Allahs willen warst du lind zu ihnen; wärst du aber rau und harten Herzens gewesen, so hätten sie sich von rings um dich zerstreut. Drum vergib ihnen und bete für sie um Verzeihung…“ 3:159

Nicht mit Aggression, Gewalt oder Schroffheit kann man die Menschen überzeugen – nur mit Bestimmtheit, Freundlichkeit und Güte.

Lasst uns Geduldig ertragen, was uns trifft. Lasst uns die derzeitigen Umstände, die gegen uns gerichtet sind, als Prüfung verstehen und mit der Wahrheit, mit Aufrichtigkeit und Zuversicht beantworten. Ganz so wie es uns der Gesandte Muhammad, möge Allah ihn segnen und ihm Frieden geben, durch sein Beispiel vorgelebt hat.

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