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Geld für Syrien: Oxfam hat Bedenken

Die Art der Hilfe orientiert sich nicht an den Bedürfnissen der Menschen

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Foto: Wikipedia, Mil.ru, CC-BY 4.0

Brüssel (dpa). Zum Auftakt einer dreitägigen Syrien-Konferenz in Brüssel hatte die Hilfsorganisation Oxfam mehr Geld für die Erneuerung lebenswichtiger Infrastruktur in dem Bürgerkriegsland gefordert. Oxfam warf Geldgebern vor, hauptsächlich kurzfristige Nothilfe zu leisten, da sie fürchteten, mit längerfristiger und nachhaltigerer Hilfe Machthaber Baschar al-Assad zu unterstützen, wie es in einem am Dienstag veröffentlichten Bericht heißt.

Als Beispiel nennt Oxfam, dass Geldgeber Hilfsorganisationen eher unterstützten, um Brote zu verteilen als um die Stromversorgung einer Bäckerei herzustellen. Dabei würde eine Bäckerei außerdem Jobs vor Ort schaffen. Ein weiteres Beispiel sei, dass Wasser in großen Mengen zu durstigen Menschen gefahren wird statt dass ein Brunnen repariert wird. Diese Art der Hilfe orientiere sich nicht an den Bedürfnissen der Menschen in Syrien, kritisierte Oxfam zum Auftakt der Konferenz am Dienstag. „Sie wollen nicht immer nur Dinge bekommen, sondern ihre Leben wieder aufbauen und für sich selbst sorgen”, sagte der Syrien-Verantwortliche Moutaz Adham.

Die EU argumentiert hingegen, dass sie mit ihrer Entwicklungshilfe auf keinen Fall Assad unterstützen wolle. „Unsere Bedingung ist sehr klar”», hieß es bereits vor der Geberkonferenz aus EU-Kreisen. „Wir fangen nicht an, Syrien wiederaufzubauen ohne einen sinnvollen politischen Übergang.” An diesem Grundsatz dürfe nicht gerüttelt werden. Die EU unterstützt die Bemühungen der Vereinten Nationen für einen politischen Übergang und ist einer der größten Geldgeber Syriens sowie der Region.

Bei der Syrien-Konferenz der EU und der Vereinten Nationen in Brüssel sollen am Donnerstag auf Ministerebene neue Hilfsgelder für Syrien gesammelt werden. Im vergangenen Jahr versprachen Geldgeber 4,3 Milliarden Dollar, gaben schließlich aber 6 Milliarden Dollar. Zum Auftakt der Konferenz diskutierten am Dienstag im Europaparlament Menschen aus der Region mit Vertretern der Politik und von Hilfsorganisationen.

Im Bürgerkrieg in Syrien hatten die Truppen von Machthaber Baschar al-Assad im vergangenen Jahr wichtige Gebiete eingenommen. Sie kontrollieren mittlerweile wieder rund zwei Drittel des Landes, darunter die wichtigsten Städte. Eine Ende des Konflikts ist derzeit trotzdem nicht in Sicht. Seit Beginn des Bürgerkriegs vor fast acht Jahren sind nach jüngsten UN-Angaben rund 5,6 Millionen Syrer ins Ausland geflohen, mehr als sechs Millionen wurden innerhalb des Landes vertrieben. Rund 11,7 Millionen Menschen in Syrien waren laut UN-Flüchtlingsorganisation UNHCR zuletzt noch immer auf humanitäre Hilfe angewiesen.

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