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Gelehrte in Uganda leben in Furcht

Morde an Muslimen

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(OI). Angesichts der steigenden Anzahl der Morde an Imamen in Uganda fragen sich Führer der religiösen Gemeinschaft immer noch, wer es auf ihr Blut abgesehen hat. „Ich wurde von dem verantwortlichen Beamten der Polizei im Parlament darüber informiert, dass mir Polizeischutz zugeteilt wurde“, sagte der Parlamentarier Al-Hajj Latif Ssebagala dem Online-Medium OnIslam.net.

Er war gerade auf dem Weg zur Kleinen Pilgerfahrt nach Mekka, als ihn Informationen darüber erreichten, dass die Behörden ihn kontaktieren wollen. „Als ich sie fragte, um welche Art Schutz es sich handle, und warum ich diesen benötige, wurde mir mitgeteilt, dass sie über Informationen verfügen, wonach mir jemand nach dem Leben trachtet.“ Die zuständige Einheit für Personenschutz für die Polizei in Uganda bot ihm zwei Beamte als Wachleute an. Mit sofortiger Wirkung.

Allerdings teilten ihm die Behörden nicht mit, ob er auf einer potenziellen Liste von solchen bekannten Muslimen steht, die derzeit in Uganda ermordet werden. Angesichts der jetzigen Vorgänge wollten die Beamten entsprechende Informationen nicht auf die leichte Schulter nehmen. Der Abgeordnete, der auch Imam des Parlaments in Kampala ist, erklärte: „Ich weiß nicht, ob diese Drohungen real sind und wo diese Informationen herkommen. Selbst wenn sie echt sein sollten – ob politisch oder religiös – bleiben viele Fragen offen.“

Im Verlauf der letzten zwei Jahre wurden einige bekannte muslimische Gelehrte ermordet. Andere konnten den Attentaten gerade noch entkommen. Er sieht Zusammenhänge zu den Tötungen in Kenia. „Ich glaube nicht, dass es an Konflikten hier vor Ort liegt. Wir hatten immer Streitigkeiten und sie führten niemals zu Morden und Attentaten“, meinte er zweifelnd.

Al-Hajji Latif beschrieb die Muslime Ugandas als eine verletzliche Gruppe. Aus diesem Grund nutze er seine Position, um politische Lösungen voranzutreiben bei Fragen, die die muslimische Gemeinschaft betreffen. „Es gibt nur sehr wenige Leute, die sprechen können, soweit muslimische Fragen betroffen sind.“ Aus diesem Grund gebe es eine Parlamentsmoschee und ein jährliches Iftar-Dinner. Er bat auch den Sprecher des Parlaments, Muslime bei der Besetzung von führenden Richterstellen miteinzubeziehen. „Es ist das Recht der Muslime, in jedem Amt zu dienen.“

Al-Hajj Latif Ssebagala ist nicht der einzige muslimische Führer, der bedroht wird. Im Osten des Landes überlebten binnen weniger Wochen zwei Gelehrte Mordversuche. Shaikh Siraj Mwenyis Probleme begannen nach der Tötung von Shaikh Rashid Abdul Wafula. Dieser leitete drei islamische Schulen, war für die Da’wa verantwortlich und ein Mitglied des Colleges der Schaikhs in Uganda. Mwenyi teilte mit, dass er nach der Ermordung von Wafula die Leitung dieser Schulen übernehmen sollte. Wenige Tage später wurden zwei Polizeibeamte in Zusammenhang mit der Ermordung von Sheikh Rashid Wafula verhaftet.

Bisher wurden in Uganda seit 2012 neun muslimische Gelehrte unter ähnlichen Umständen getötet. Mehrere andere wurden in Verbindung mit den Morden verhaftet. Der Kommandeur der allgemeinen Polizei, General Kale Kaihura, hat bei mehreren Gelegenheiten den kürzlich verhafteten Führer der „Vereinigung der Kräfte der Demokratischen Allianz“, Jamil Mukulu, beschuldigt. Dieser steht derzeit wegen Mordes unter Anklage. Muslimische Gelehrte bleiben jedoch beunruhigt, weil die Mordversuche trotz der Inhaftierung Mukulus weitergehen.

 

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