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Gemeinsames verbindet

Die Muslime brauchen mehr Einheit. Ein Kommentar von Hajrudin Karaca

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Foto: Designed by jcomp / Freepik

(iz). Der große Teil der praktizierenden Muslime in Deutschland ist auf den Mitgliederlisten der Moscheegemeinden zu finden. Dort fühlen sie sich geborgen und können die angebotenen Dienste jederzeit in Anspruch nehmen. Die Moscheegemeinden werden durch Vorstände geleitet, welche von den Mitgliedern gewählt werden. Die Vorstände kümmern sich um die Gemeinden und vertreten diese auf lokaler Ebene. Diese Moscheegemeinden sind überwiegend Mitglieder von Landesverbänden beziehungsweise Regionalverbänden, welche die einzelnen Gemeinden auf Landesebene vertreten. Auf Bundesebene übernehmen dann die Bundesverbände die Verantwortung für die einzelnen Landes- beziehungsweise Regionalverbände und damit auch für die Moscheegemeinden und deren Mitglieder.

Diese Art von Organisation ist bereits seit vielen Jahren hier bei uns in Deutschland und in anderen Ländern üblich und war bisher erfolgreich. Die Mitglieder der Moscheegemeinden genießen also die Vertretung ihrer Interessen nicht nur durch die Vorstände der einzelnen Gemeinden, sondern auch durch die in der Hierarchie höher angesiedelten Verbände. Die Muslime haben demnach ein funktionierendes System entwickelt, auf welches sie sich verlassen können. Doch reicht diese Art von Organisation aus? Können wir Muslime uns weiterhin auf dieses System verlassen?

Innerhalb der einzelnen Verbände scheint diese Struktur zu funktionieren. Doch wie sieht es aus, wenn wir über Verbandsgrenzen hinaus schauen? Funktioniert der innermuslimische Dialog? Auf den ersten Blick sind Erfolge sichtbar. Es wurden zahlreiche Versuche unternommen um mit einer Stimme zu sprechen und Einigkeit zu erzielen und dies nach außen zu kommunizieren. Allerdings fallen wir auch immer wieder in alte Gewohnheiten zurück und versuchen untereinander Stärke und Macht zu demonstrieren. Dieses Vorgehen wirft uns nicht selten zurück und führt teilweise zu unnötigen Spannungen zwischen den einzelnen Religionsgemeinschaften beziehungsweise Verbänden was uns wiederum in unseren Bemühungen zurückwirft oder sogar handlungsunfähig macht.

Wir machen zwei Schritte nach vorne, um durch verschiedene Aktionen, Aussagen und Auftritte drei Schritte zurückzugehen. Dabei ist es heutzutage so einfach miteinander zu kommunizieren und Aktionen, welche alle Muslime betreffen, vorher abzusprechen und mit gemeinsamen Anstrengungen durchzuführen oder nicht durchzuführen. Wir müssen lernen, dass wir eine respektvolle Diskussionskultur brauchen. In der Politik, in den Medien, aber auch im direkten Umgang miteinander. Darüber sollten wir uns einig sein. Es gibt natürlich unterschiedliche Standpunkte und Herangehensweisen. Unterschiedliche Meinungen. Unterschiedliche Wege zum Ziel. Das ist auch gut so. Wesentlich ist, dass die islamischen Religionsgemeinschaften beziehungsweise Verbände es schaffen, die Rahmenbedingungen so zu gestalten, dass alle Muslime die Möglichkeit haben, ein für sie geglücktes Leben führen zu können. Die Muslime in Deutschland erwarten Entscheidungen und Ergebnisse, die ihr Leben verbessern. Sie verlassen sich auf die Vorstände und übertragen den Vertretern der Verbände die Verantwortung für eine bessere Zukunft. Dieses Vertrauen und diese Erwartungen dürfen keinesfalls enttäuscht werden.

Wir Muslime haben oft genug bewiesen, dass wir Herausforderungen, so groß sie auch sein mögen, meistern können. Dabei ist es wichtig auf das Gemeinsame zu bauen und weniger auf das Trennende zu schauen. Dafür sollten wir bei einigen fundamentalen Themen das Gemeinsame suchen und Einigkeit in der Sicht der Dinge erzielen. Unverrückbar für uns alle ist das gemeinsame klare Wertefundament, auf dem der Islam errichtet ist. Unsere Stärke liegt in unserer Einigkeit und unserem Zusammenhalt.

Wir gehören zueinander, wir bedingen einander. Wir sind nur so stark wie unser Zusammenhalt. Besonders in den Zeiten, in denen wir leben. Wir sind alle Muslime. Wir sind alle Geschwister und haben uns zusammenzuschließen, wenn wir erfolgreich sein wollen. Und dies ist manchmal nicht möglich ohne Opfer. Wir müssen Dinge aufgeben, die uns trennen, auch wenn sie uns lieb geworden sind, und uns auf eine gemeinsame Basis einigen.

Einigkeit bedeutet sich unter der Flagge der Einheit zu verbünden. Es ist die Bemühung mit aller Kraft daran zu arbeiten, dass die Muslime nicht geteilt und gespalten werden. Doch dazu müssen wir Einheit und Einigkeit richtig begreifen.

Möge Allah uns die Kraft und die Geduld geben zukünftig noch näher zusammenzurücken und unsere gemeinsamen Ziele vereint zu erreichen.

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