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Global denken, lokal handeln

Wir dürfen uns in Sachen Ökologie nicht von den Verhältnissen überwältigen lassen

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Foto: Freepik

(iz). Die jugendliche Umweltak­tivistin Greta Thunberg aus Schweden hat die globale ­Öffentlichkeit erheblich aufgemischt. Ihr Engagement zum Klimawandel – Friday for Future – hat sowohl begeisterte Zustimmung als auch Ablehnung gefunden. Seit einigen Wochen nun demonstrieren SchülerInnen in mehreren Ländern auf ihre Initiative hin an jedem Freitag für durchgreifende Maßnahmen in Sachen Klimawandel. Sie dokumentiert neben allem anderen, dass der oder die Einzelne auch heute eine enorme Welle erzeugen kann, die weit über die eigene Person ­hinausreicht.

Die heutige Lage der Umwelt belegt, dass diese existenzielle Herausforderung des Menschen vor den Ideologien und Meinungen nicht halt macht. Ungeachtet dessen, was ich glaube oder was meine Überzeugungen sind: Die Reaktion des Planeten auf das menschliche Verhalten bleibt bestehen. Und sie unterstreicht auch die Bedeutung des Slogans „global denken, lokal handeln“. Unsere hiesige ökonomische Wirklichkeit und unsere Konsumentscheidungen haben eine ­direkte Auswirkung auf die Ökologie in anderen Teilen der Welt. Vor dieser ­Realität kann auch die neue Begeisterung für den Nationalstaat – die die ökologische Frage eher kritisch sieht – nicht ihre Augen verschließen.

Wir oszillieren – je nach Stimmung – recht regelmäßig zwischen Katastrophenstimmung (siehe S. 3) und dem unverdienten Optimismus eines „das schaffen wir!“. Beide Pole tragen nicht weit. ­Anstatt umfassende Lösungen anzubieten, greifen Politik und Wirtschaft zumeist nur auf Konzepte zurück, die dem individuellen Verbraucher einen Verzicht bei Individualverkehr, Konsum und Wohnen abverlangen. Essenzielle Bereiche der Ökonomie und Geldvermehrung bleiben unangetastet. Ein Infragestellen derselben würde nicht nur die Systemfrage stellen, sondern auch eine Diskussion real existierender Machtverhältnisse nötig machen.

Hier hilft Panik nicht weiter. Führt sie doch in letzter Konsequenz zum Nichtstun. Initiativen, internationale Ansätze und ein neues Denken von muslimischer Seite zeigen, dass hier – aus der islamischen Lehre formuliert – Möglichkeiten und Kompetenzen geborgen sind, die in ihrem vollen Umfang noch nicht erschlossen wurden. Weltweit wächst die Zahl aufsteigender Muslime, die nicht nur private Aspirationen haben. Sie, wie man im spannenden Buch „Green Deen“ lesen kann, wollen eine neue Nach­haltigkeit in ihrem Erfolg. Und dazu ­gehört, dass das qur’anische Verbot der unbegrenzten Kapitalvermehrung ein noch unbeachtetes Werkzeug gegen die Vernichtung unserer Biosphäre ist.

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Laila Massoudi

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