IZ News Ticker

Größtes Flüchtlingslager der Welt entsteht in Bangladesch

Menschenrechtler warnen vor Verschärfung der humanitären Katastrophe der Rohingya-Flüchtlinge

Werbung

Foto: John Owens (VOA)

Göttingen (GfbV). Die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) befürchtet eine Verschärfung der humanitären Katastrophe der Rohingya, wenn Bangladesch wie geplant mehr als 500.000 aus Burma geflohene Angehörige der muslimischen Minderheit in einem riesigen Flüchtlingslager zusammenfasst. „Wer so viele durch die Flucht geschwächte und zum Teil kranke Menschen in nur einem Mega-Camp konzentriert, nimmt bewusst den Tod von tausenden Menschen in Kauf. Denn Cholera und andere Seuchen können sich in solchen riesigen Lagern in Windeseile ausbreiten“, warnte der GfbV-Direktor Ulrich Delius am Freitag in Göttingen.

Am 7. Oktober hatte der Minister für Katastrophenhilfe Mofazzal Hossain Chowdhury Maya angekündigt, Bangladesch werde alle im Grenzgebiet zu Burma/Myanmar bestehenden 23 Lager auflösen, um die Flüchtlinge in einem Camp in Kutupalong (Region Cox Bazar) zusammenfassen. Der Minister plant nach eigenen Angaben bis zu 900.000 Rohingya in dem Lager zu konzentrieren.

Bislang gilt das Camp Bidi Bidi im Norden Ugandas mit 285.000 Flüchtlingen aus dem Südsudan als größtes Flüchtlingslager der Welt. Mehr als 200.000 geflohene Somalier werden in dem Camp Dadaab im Norden Kenias betreut. „Der Plan Bangladeschs ist wahnwitzig und unverantwortlich, da das Land schon heute mit der Bewältigung der Flüchtlingskatastrophe vollkommen überfordert ist. Ein neues Mega-Camp würde die Arbeit der humanitären Helfer weiter erschweren, da keine ausreichende Infrastruktur zur Versorgung der Not Leidenden besteht. Auch sind Konflikte und Übergriffe unter den Flüchtlingen vorprogrammiert“, warnte Delius.

„Bangladesch will offensichtlich mit dieser drastischen Methode international den Druck erhöhen, um eine baldige Rückführung der Flüchtlinge nach Burma zu erzwingen“, erklärte Delius. „Diese Politik ist unmenschlich und verletzt die Grundsätze der Genfer Flüchtlingskonvention.“ Bangladesch verlangt eine baldige Repatriierung der Rohingya. „Doch angesichts der anhaltenden Übergriffe auf die Minderheit in Burma ist an eine freiwillige Rückführung der Rohingya momentan nicht zu denken.“

Täglich treffen noch immer rund 5.000 Rohingya-Flüchtlinge in Burmas Nachbarland ein. Seit Ende August 2017 suchten 507.000 Rohingya in Bangladesch Zuflucht. Weitere 300.000 Angehörige der Minderheit leben seit mehreren Jahrzehnten illegal als Flüchtlinge in dem Land. Unter den nun neu angekommenen Rohingya sind 145.000 Kinder sowie 50.000 schwangere oder stillende Frauen. Die Internationale Organisation für Migration (IOM) warnte gestern vor einer humanitären Katastrophe biblischer Ausmaße.

Folgt uns für News auf:
https://www.facebook.com/islamischezeitungde

und:
https://twitter.com/izmedien

Noch kein IZ-Abo? Dann aber schnell!

Lade...

Wenn Sie diese Seite weiter benutzen, akzeptieren Sie die Verwendung von Cookies. mehr Informationen

Wir verwenden Cookies, um Inhalte und Anzeigen zu personalisieren, Funktionen für soziale Medien anbieten zu können und die Zugriffe auf unsere Website zu analysieren. Außerdem geben wir Informationen zu Ihrer Verwendung unserer Website an unsere Partner für soziale Medien, Werbung und Analysen weiter. Unsere Partner führen diese Informationen möglicherweise mit weiteren Daten zusammen, die Sie ihnen bereitgestellt haben oder die sie im Rahmen Ihrer Nutzung der Dienste gesammelt haben. Sie stimmen der Verwendung von Cookies zu, wenn Sie "Akzeptieren" klicken.

Schließen