IZ News Ticker

Haben einige Bezirke Probleme mit den Religionsgemeinschaften? Von Sulaiman Wilms

Berliner Nicklichkeiten

Werbung

Befürchtungen von Berliner Moscheen- und Kirchengemeinden, sie erhielten wegen des religiösen Charakters künftig keine öffentlichen Flächen, wurden von der Bezirksverwaltung Kreuzberg widerspro­chen. Sorgen um anti-religiöse Tendenzen bleiben trotzdem bestehen.

(iz). Hätte es sich bei den irritierenden Nachrichten aus der Hauptstadt nur um Artikel der Yellow Press gehandelt, hätte man dem Thema den gleichen Stellenwert wie den Eheproblemen eines Fußballers beimessen können. Schnelle Anrufe bei Berliner Muslimen bestätigten noch am gleichen Tage den behaupteten Sachverhalt: Muslimischen Gemeinden in einigen Bezirken scheint in Einzelfällen die ­Vergabe öffentlicher Flächen für Straßenfeste verweigert und erst dann genehmigt ­worden, als sie die Events nicht unter einem religiösen Titel anmeldeten.

Das Thema der Verweigerung der öffentlichen Flächenvergabe für religiös gefärbte Feierlichkeiten, das laut Pressemel­dungen auch Berliner Kirchengemeinden betrifft, erhielt neue Brisanz, nachdem sich muslimische und christliche Vertreter einschalteten. Der Berliner Bischof Markus Dröge hielt dem entgegen: „Wir werden unsere Feste weiterhin ­offen und öffentlich feiern.“ Er kündigte laut epd an, alle Rechtsmittel einzulegen, sollte den Gemeinden das Recht auf Öffent­lichkeit beschnitten werden. Sein katho­lischer Kollege Kardinal Rainer Maria Woelki sprang ihm bei: Das Christentum erhebe auch den Anspruch, öffentlich zu sein.

Von muslimischer Seite äußerten sich nicht nur Individuen in den sozialen Netzwerken. Das insbesondere in Berlin aktive Bündnis für Innovation und Gerechtigkeit (BIG Partei) sieht in der mutmaßlichen Regelung des Bezirks Kreuzberg-Friedrichshain, laut Ismet Misirli­og­lu, eine Beschneidung der „in den Grundrechten verankerten Religionsfreiheit“. Die Religionen sind, so das BIG-Mitglied, Teil der Gesellschaft. „Das Verbot, das Ramadanfest im Bezirk Kreuzberg zu feiern, kann nicht hingenommen werden und dient in keiner Weise dem Wohl der Menschen.“

Anfang September stellte das Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg auf Nachfrage der Islamischen Zeitung in einer Pressemitteilung vom 03.09. den Sachverhalt klar. Das von Bezirksbürgermeis­terin Herrmann gezeichnete Papier widersprach der Behauptung, dass Feste „wegen ihres religiösen Charakters“ untersagt würden. Offenkundig habe die zuständige Abteilung „irrtümlich auf eine Entscheidung des Bezirksamtes in einem Einzelfall aus dem Sommer 2007 verwiesen“. Dies entspreche weder der Beschlusslage im Bezirksamt, noch wäre eine solche Handhabung rechtmäßig.

The following two tabs change content below.
Sulaiman Wilms

Sulaiman Wilms

Sulaiman Wilms

Neueste Artikel von Sulaiman Wilms (alle ansehen)

Euch gefällt der Artikel? Hier könnt ihr ihn teilen!

Facebook
Twitter
Instagram
Lade...

Wenn Sie diese Seite weiter benutzen, akzeptieren Sie die Verwendung von Cookies. mehr Informationen

Wir verwenden Cookies, um Inhalte und Anzeigen zu personalisieren, Funktionen für soziale Medien anbieten zu können und die Zugriffe auf unsere Website zu analysieren. Außerdem geben wir Informationen zu Ihrer Verwendung unserer Website an unsere Partner für soziale Medien, Werbung und Analysen weiter. Unsere Partner führen diese Informationen möglicherweise mit weiteren Daten zusammen, die Sie ihnen bereitgestellt haben oder die sie im Rahmen Ihrer Nutzung der Dienste gesammelt haben. Sie stimmen der Verwendung von Cookies zu, wenn Sie "Akzeptieren" klicken.

Schließen