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Halal-Business: Interview mit Ulrich Kromer, Geschäftsführer der Landesmesse Stuttgart GmbH über die für 2014 geplante Halal-Expo

„Halal ist ein zentrales Thema“

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(iz). Wenn man globalen Markt-Auguren und PR-Profis Glauben schenken darf, dann befindet sich hinter dem Label „halal“ einer der Zukunftsmärkte. Vom Grillwürstchen bis zur Hypothekenfinanzierung soll – so die Fürsprecher des weltweiten Hypes – in Zukunft alles bald auch „religionskonform“ für muslimische Verbraucher angeboten werden.

In Deutschland – im Gegensatz zu anderen Industrienationen – spielt das Geschäft mit den qualitätsbewussten muslimischen Endverbrauchern nur eine Nebenrolle. Viel wichtiger – vom Standpunkt der Lebensmittelindustrie beispielsweise – ist die Lizenzierung potenzieller Produkte für den Export in die muslimische Welt.

Mit der Halal-Expo 2014 möchte die Landesmesse Stuttgart GmbH im kommenden Jahr das Thema auch für den deutschen Markt aufbereiten. Hierzu sprachen die IZ mit ihrem Geschäftsführer, Ulrich Kromer.

Islamische Zeitung: Lieber Herr Kromer, was hat Ihr Unternehmen veranlasst, 2014 die Halal-Expo Stuttgart zu veranstalten? Mit wie vielen Ausstellern rechnen Sie? 
Ulrich Kromer: Halal ist ein zentrales Thema für Muslime und es gibt im deutschsprachigen Raum keine Fachmesse dafür. Diese Lücke in der Messelandschaft wollen wir schließen. Für die Premiere im nächsten Jahr erwarten wir rund 100 Aussteller.

Islamische Zeitung: Nach Pferdefleisch in der Lasagne, wie wollen Sie muslimischen Verbrauchern und Händlern die Segnungen der modernen Lebensmittelindustrie schmackhaft machen, auch wenn sie „halal“ sein sollen? 
Ulrich Kromer: Wir bieten dem Markt eine Plattform, auf der sich Angebot und Nachfrage treffen. Die Aussteller präsentieren sich auf Grundlage des Waren- und Dienstleistungsverzeichnisses und wir lassen uns bei der Anmeldung bestätigen, dass die Produkte halal-konform sind.

Islamische Zeitung: Den oft prognostizierten Trend in Sachen Halal-Wirtschaft vermissen viele Muslime in Europa immer noch; vor allem, wenn es darum geht, dass sie als Kunden adressiert werden. Halten Sie es für realistisch, dass sich das Segment, welches sich an die muslimischen Verbraucher richtet, entsprechend auf Ihrer Messe vertreten sein wird?

Ulrich Kromer: Ja. Der Markt für halal-konforme Lebensmittel ist nach Schätzungen von Experten vier bis fünf Milliarden US-Dollar schwer. Die Produzenten erkennen und bedienen dieses Segment ebenfalls.

Islamische Zeitung: Wie ist die bisherige Reaktion der potenziellen Aussteller auf Ihr Angebot?

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Ulrich Kromer: Wir haben in kürzester Zeit viele positive Rückmeldungen bekommen und sind mit Marktführern aus verschiedenen Bereichen bereits in Gesprächen für eine Messeteilnahme.

Islamische Zeitung: Über das, was „halal“ sein soll (bspw. beim „Banking“), herrschen unter Muslimen – aber auch zwischen Muslimen und Nichtmuslimen – durchaus Meinungsverschiedenheiten. Reflektieren Sie diesen Diskurs auch im Rahmen Ihrer Messeorganisation?

Ulrich Kromer: Wir sind ein Wirtschaftsunternehmen und bewerten diese verschiedenen Standpunkte nicht. Die unterschiedlichen Auffassungen zu „halal“ werden sich sicher auch auf der Halal-Expo Stuttgart wider spiegeln und von Experten diskutiert werden, sowohl an den Messeständen wie auch im Rahmenprogramm.

Islamische Zeitung: Lieber Herr Kromer, vielen Dank für das Interview.

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