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Halal-Lebensmittel finden auch in Deutschland immer mehr Beachtung. Von Yasin Alder

Ein Gütesiegel für Qualität

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(iz). Halal ist im Kontext von Ernährung die Bezeichnung für „erlaubte“ Nahrungsmittel, das heißt, dass diese frei von verbotenen Bestandteilen wie Alkohol oder Stoffen vom Schwein sind, aber auch zum Beispiel ob – im Fall von Fleisch – die Schlachtung nach islamischen Kriterien korrekt und schonend erfolgt ist oder ob das Tier auf rechtmäßige Weise erworben oder ernährt worden ist.

Erweitert man den Begriff des Halal um die Kriterien des „Tajjib“, was in etwa mit „gut, vorzüglich“ übersetzt werden kann und das im Qur’an oft in Verbindung mit „Halal“ erwähnt wird, spielen weitere Faktoren wie die Art der Haltung, der Aufzucht des Tieres oder der Pflanzenproduktion eine Rolle, um nur Beispiele zu nennen. Hier ergeben sich viele Überschneidungen zum Bio-Gedanken, der hierzulande immer populärer wird. In Ländern wie den USA oder Großbritannien werden als halal zertifizierte und im Handel deklarierte Produkte daher zunehmend auch von Nichtmuslimen gerne gekauft und haben im Zuge von „Bio“, „Wellness“ und gestiegenen Qualitätsansprüchen ein positives Image.

In Deutschland sind die Medien erst seit kurzem, wie aktuell durch die diesjährige Lebensmittelmesse Anuga in Köln, staunend darauf aufmerksam geworden, dass die Halal-Branche ein weltweit boomender Markt ist und sich auch deutsche Unternehmen bereits seit längerem und in zunehmendem Maße Produkte als halal zertifizieren lassen.

Bisher ist dies vor allem für den Export relevant, doch ist zu vermuten, dass nach und nach auch im deutschen Handel immer mehr Produkte mit einem aufgedruckten Halal-Logo auftauchen werden – auch wenn Unternehmen und Handelsketten teilweise noch zurückhaltend sind, da man negative Reaktionen seitens nichtmuslimischer Kunden oder im Fall von Fleisch von radikalen Tierschützern befürchtet.

Die Beispiele Großbritannien und USA stimmen jedoch hoffnungsvoll, dass sich ein positives Image von Halal-Produkten auch in Deutschland entwickeln könnte. Vielleicht würde das sogar dem Image der Muslime insgesamt gut tun, und nicht zuletzt auch zu ihrer ökonomischen Stärkung beitragen – und damit dem Bild, das Leute wie jüngst der Ex-Bundesbanker Thilo Sarrazin gezeichnet haben, widersprechen.

Es kommt aber auch darauf an, dass die Definitionsmacht über Halal und die Zertifizierung in muslimischer Hand bleibt, und das Bewusstsein bestehen bleibt, dass es sich um eine religiöse Sache und keinen rein technischen Vorgang handelt. Halal kann und sollte auch eine Alternative zu industrieller Massenproduktion sein.

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