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Hanau mahnt zum besseren Umgang mit Symbolbildern

IMV: Die Digitalisierung mahnt zudem ein reflektiertes Handeln an

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Foto: Freepik.com

Berlin (IMV). Vielfach wird es diskutiert und es ist richtig: Die „schmückende“ Verwendung von Symbolbildern in der Berichterstattung über Kriminalität, Gesundheitsrisiken und dergleichen stellt ein Problem dar. Die Auswahl der Anschlagsziele beim Terror in Hanau vom 19. Februar 2020 deutet darauf hin, dass der Täter gezielt seine Opfer ausgesucht hat. Seine rassistischen Motive stammen nicht aus dem Nichts, sie entstehen im öffentlichen Diskursraum. Dazu gehört auch die Zuweisung allgemeiner Probleme auf bestimmte Gruppen durch eine entsprechende Wortwahl oder eben Bilderauswahl – und dies nicht nur in der BILD-Zeitung.

Das Selbstkontrollorgan Presserat gibt mit dem Pressekodex wichtige ethische Leitlinien zur Orientierung für den gesamten Journalismus. Die jüngste Änderung der Richtlinienergänzung 12.1, die die sprachliche Zuweisung von Problemschilderungen auf markierte Gruppen thematisiert, hat diese verwässert und beschädigt. Dies gilt es neu zu diskutieren, und ebenso – wie von uns bereits des öfteren vorgeschlagen – eine Richtlinienergänzung 12.2 zu formulieren. In dieser sollte angemahnt werden, die Bebilderung von Artikeln, Ankündigungen auf Homepages, in Blogbeiträgen oder auf Social Media nach der Relevanz für den jeweiligen Sachverhalt auszurichten und nicht durch die Verwendung stereotyper Symbolbilder ganze Gruppen von Menschen zu kriminalisieren.

Dies betrifft nicht nur die Bebilderung sogenannter Clankriminalität mit Fotos von Shishabars oder die von „islamistischem“ Terror mit Moscheen und kopftuchtragenden Frauen, sondern auch die Asiatisierung des Coronavirus mit entsprechend stereotypen Bildern, obwohl ein westdeutscher Geschäftsreisender aus China kommend dieses Virus auch tragen könnte. Und es betrifft auch die stereotype Bebilderung des Themas Rechtsextremismus mit kahlköpfigen Skinheads, die geeignet ist, vom Nadelstreifen-Rassismus der Mitte abzulenken.

Wir brauchen eine konstruktive Diskussion über einen verantwortungsvolleren Umgang mit illustrativer und gestalterischer Bildverwendung, ebenso wie erneut über die sprachliche Zuweisung gesellschaftlicher Missstände auf einzelne Gruppen. Die Digitalisierung mahnt zudem ein reflektiertes Handeln an, denn Memes und viele andere bildhaften online-Formate treiben die grafische Stigmatisierung auf die Spitze. Vorlagen und Ideen dazu stammen aber aus dem breiten Mediendiskurs.

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