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Hier „ja“ und dort in Italien „si“ zur Interkulturalität. Zwei Zeichen zur kulturellen Vielfalt in Europa. Von Asım Nesli

Zwei Mal „Ja“ zur Interkulturalität

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(iz). Der Vorstand der Kulturpolitischen Gesellschaft hat auf ihrer Sitzung Ende November 2011 in Berlin einstimmig als Preisträger für den diesjährigen Kulturpreis das Kölner KulturForum TürkeiDeutschland ausgewählt und gleichzeitig kulturelle Zeichen gegen Rechtsradikalismus gesetzt. Der Preis zeichnet damit die beispielhafte Arbeit einer Einrichtung aus, die sich seit fast 20Jahren unter dem Ehrenvorsitz von Günter Grass und Yaşar Kemal um die interkulturelle Verständigung zwischen Deutschen und Türken in Deutschland verdient gemacht hat.

KulturForum TürkeiDeutschland entstand in den 1980er Jahren aus einer Initiative von Künstlern, Kultur- und Medienexperten und seit 1993 ein eingetragener, als gemeinnützig anerkannter Verein. Mit seinen bundes- und europaweit initiierten Projekten und Veranstaltungen unterstützt das KulturForum den interkulturellen Dialog im europäischen Kontext.

„Gerade in diesen Zeiten gilt es, Zeichen gegen Nationalismus und Rassismus zu Setzten“, unterstrich der Präsident der Kulturpolitischen Gesellschaft, Prof. Dr. Oliver Scheytt, und zeigte sich überzeugt, „dass mit dem KulturForum TürkeiDeutschland ein würdiger Kulturpreisträger gefunden wurde, dessen Verständigungsarbeit beispielhaft für den deutsch-türkischen Kulturdialog ist.“

Die Kulturpolitische Gesellschaft wurde 1976 gegründet und hat über 1.400 Mitglieder aus Kulturpolitik und -verwaltung, Kulturwissenschaft und kultureller Praxis. Sie setzt sich ein für eine öffentlich verantwortete und auf allen institutionellen Ebenen aktiv gestaltende Kulturpolitik, die Individualität und soziale Verantwortung, Freiheit und Menschenwürde für alle Menschen zum Ziel hat. Der mit 2.000 Euro dotierte Kulturpreis für eine bundesweit vorbildliche tätige Kulturinitiative wird von ihr seit 1977 vergeben.

Gerade für Deutschland als Einwanderungsland sei die interkulturelle Verständigung von existenzieller Bedeutung. Deshalb müsse sich die Kulturpolitik mehr als bisher um diese Frage kümmern und vor allem die Initiativen aus der Gesellschaft tatkräftig unterstützen.

Die Kulturpolitische Gesellschaft vergibt ihren Kulturpreis mittlerweile zum 6. Mal an eine Initiative, die sich insbesondere der interkulturellen Kulturarbeit verschrieben hat. Mit dem Kölner KulturForum erhält jedoch zum ersten Mal eine von Migranten gegründete Initiative den Preis. Der Verband setzt damit bereits seit 30 Jahren kulturpolitische Zeichen gegen Fremdenfeindlichkeit und für interkulturelle Verständigung. Die Verleihung des Kulturpreises 2011 findet im Frühjahr 2012 in Köln statt.

Stipendien für längeren Zusammenarbeit mit dem Ney-Meister Kutsi Erguner
Das Istituto Interculturale di Studi Musicali Comparati in Venedig gibt für sechs Nachwuchsmusiker und- Musikerinnen ein Stipendium für eine längere Zusammenarbeit mit dem in Paris lebenden türkischen Sufimusik und Ney-Meister Kudsi Erguner. Die qualifizierten Nachwuchstalente bekommen das Angebot im April 2012 eine Woche lang in Venedig in der Residenza del Centro Branca als Gast zu wohnen und im Istituto Interculturale di Studi Musicali Comparati ein Musik-Workshop mitzugestalten und mitzuwirken.

Fondazione Georgio Cini als europaweit angesehene Stiftung ist Träger und Förderer dieses Vorhabens. Das Projekt möchte auch ein Zeichen für die Vielfalt der Kultur in Gesellschaften setzen und ist deswegen so konzipiert, dass die multikulturelle osmanische Gesellschaft und ihre Musikschaffende sowie ihre Musikstücke der damaligen Zeit im Workshop zum Gegenstand als Schwerpunkt hat.

Die Stücke von Ali Ufki Bobowski (1610-1675) und Dimitrie Cantemir (1673-1723) oder Rauf Yekta Bey (1872-1935) sind zu nennen, die zu studieren und auch der neu zu bildenden Musikgruppe „Birun“ als Vorlage dienen werden.

Interessierte Musiksachaffende können sich mit einer englisch formulierten Vita und mit einer MP3 Musikdemo bis zum 1.2.20012 kandidieren: musica.comparata@cini.it IISMC-Fondazione Giorgio Cini, 30124 Venezia, Italien.

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