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Hintergrund: Auf FR-Online nimmt der Schriftsteller Navid Kermani Stellung zur IK. Feridun Zaimoglu: IK nicht wie “Tischgesellschaft” zusammenstellen. Aiman Mazeyk: “Mangelnde Neutralität der Organisatoren”

"Das ist ein Diktat, kein Dialog"

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(iz) In verschiedenen Foren und in Zeitungsbeiträgen wird weiter munter über das unklare Schicksal der künftigen Islamkonferenz gestritten. Der bekannte Autor und ehemalige Teilnehmer der Konferenz Navid Kermani findet dabei Höflichkeit und Stil der Akteure im Innenministerium “ausbaufähig”. Im FR-Interview warnt er vor einem Scheitern der Islamkonferenz und spricht über die Sorgen der Muslime. Kermani befürchtet das Auseinanderbrechen des KRM, dem Zusammenschluss aller größeren muslimischen Verbände und sieht darin auch ein taktisches Kalkül. Wie viele andere Muslime kritisiert der Autor die Zusammensetzung der Konferenz und den Vollzug ihrer Thematik von “oben” – ohne irgendein Vorschlagsrecht der Muslime selbst. Die weitere Beteiligung des Islamrates findet Kermani sinnvoll, kritisiert aber auch, dass von Ermittlungen betroffene Funktionäre nicht ihre Ämter bis zur Aufklärung der Vorwürfe ruhen lassen.

Auf taz.de wirft der Schriftsteller Feridun Zaimoglu dem Bundesinnenministerium vor, man “könne doch nicht die Islamkonferenz je nach seiner saisonalen Meinung wie eine Tischgesellschaft neu zusammenstellen”. Sein Eindruck – so Zaimoglu – sei, die Veranstaltung funktioniere inzwischen wie “der Islam zu Gast beim Innenminister”.

In der FAZ fordert dagegen die Beraterin des Innenministers, Neca Kelek, die Konferenz einfach ohne den organisierten Islam fortzusetzen. Nach Auffassung der Sonderberaterin könne nur durch das Einbeziehen von Einzelpersonen die Muslime “geschützt” und nur so ein “zeitgemäßer” Islam definiert werden. Wie dieser Islam dann aussähe, definiert sie allerdings in ihrem Beitrag nicht.

In der Sueddeutschen Zeitung (Donnerstag) wirft der Generalsekratär des ZMD, Aiman Mazyek, Innenminister de Maiziere eine einseitige Bevorzugung der IslamkritikerInnen und mangelnde Neutralität vor. Dies geschehe trotz der intellektuellen Schwächen der Kritik, die aus abscheulichen “Einzelfällen” eine Art Normalfall konstruiere um den Muslimen zu schaden. Eine Debatte auf Augenhöhe sei so unmöglich und es bestehe der Verdacht – so Mazyek – dass sich so die “Leitkultur” über die Minderheit hinwegsetze.

Viele Beobachter fürchten angesichts der unversöhnlich wirkenden Debatte, dass die Dialektik der Konferenz ( Verbände/organisierter, “böser” Islam gegen IslamkritikerInnen /individualisierter, “guter” Islam) für alle Beteiligten keine Ergebnisse bringen wird. Leider hält sich der “überparteiliche” Bundespräsident in dieser Schlüsselfrage der Gesellschaft noch immer völlig zurück.

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