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Hintergrund: Im amerikanischen Jackson kümmert man sich um muslimische Kulturen

Alles andere als museal

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(iz). Im Dezember 2000 war sich eine Gruppe von Muslimen im amerikanischen Jackson (Mississippi) einig, dass es an der Zeit sei, ein Museum aufzubauen, welches der Erziehung über die islamische Geschichte und die Beiträge der Muslime zu den Kulturen der Welt gewidmet sein sollte. Verbinden wollten die Gründer diesen Wunsch mit dem Interesse der Bürger ihres Bundesstaates am kulturellen wie religiösen Erbe Mississippis und der Rolle, welche die Muslime darin gespielt haben.

Gelegen im innerstädtischen Kunstviertel von Jackson, ist das Internationale Museum der Muslimischen Kulturen (IMMC) das bisher einzige Museum seiner Art in den USA. Im April 2001 eröffnete es seine Tore mit einer umfangreichen Ausstellung über das „Islamische Spanien der Mauren“, die sechs Monate lang parallel mit einer Ausstellung über Spanien in der benachbarten Kunsthalle von Mississippi zu sehen war. Die Nähe und Themengleichheit machte es den Museumsgründern möglich, dass viele Besucher im ersten Monat nach der Eröffnung kamen.

Zentral gelegen, findet man das Museum heute an seinem neuen Standort im Kunst­zentrum Mississippi, neben dem Russell C. Davis Planetarium, dem Mississippi Museum für Kunst, der Stadthalle von Jackson und anderen historischen Denkmälern der Stadt. Dieses Zusammenspiel hat Touristen und Schulklassen angeregt, vom Angebot des IMMC Gebrauch zu machen. Seit seiner Eröffnung empfingen die Betreiber in Jackson viele Besucher aus 40 US-Bundesstaaten und 45 Ländern. Allein zur Anfangsausstellung, so Okolo Rachid von der Museumsleitung, kamen rund 30.000 Besucher.

Die wenig später statt gefundenen Anschläge vom 11. September 2001 bewirkten eine drastisch gestiegene Notwendigkeit zur Erziehung über muslimische Kulturen. „Das Museum bricht stereotype Bilder“, so William Winter, ehemaliger Gouverneur von Mississippi. Es widerspreche dem typischen Bild, das sich der Durchschnittsamerikaner von der Stadt mache. Aber die Tatsache, dass es das Museum gebe, breche diese Vorstellung. Genauso wie die Schöpfer des Museums das muslimische Andalusien als historisches Beispiel für eine multikulturelle Kooperation betrachten, genauso hoffen sie, dass auch das Museum als ein solches Modell dienen möge. Bereits jetzt haben sie neue Verbindungen jenseits des Grabens aufgebaut, der die muslimischen Einwanderer von den afro-amerikanischen Muslimen in den USA trennt.

Okolo Rachid, eine afro-amerikanische Muslimin vom Führungsgremium des Museums, sagte: „Wenn wir den Islam praktizieren, bringt jede Kultur einen anderen Aspekt in die weitere islamische Gemeinschaft ein.“ Im Augenblick arbeitet das Museum an einer Erweiterung und Konsolidierung seiner Arbeit. Entscheidend dafür sei die Entwicklung von guten Beziehungen zur akademischem Welt, zu Geschäftsleuten und der allgemeinen muslimischen Gemeinschaft.

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