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Hungerkrise im Jemen

Mehr als die Hälfte der Gesamtbevölkerung betroffen

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Foto: Pixabay | Lizenz: CC0 Public Domain

Der Stellvertreterkrieg im Jemen zwischen Riad und den mit Teheran verbündeten Parteien hat das Land am Golf von Aden in die vollkommene Zerstörung gestürzt. Wie zu befürchten war, ist es die Zivilbevölkerung, die am meisten unter dem Konflikt leidet.

(WFP). In weiten Teilen Jemens leiden die Menschen Hunger, so ein neuer Bericht der UN und Partnerorganisationen, 19 von 22 Provinzen sind betroffen. Die Situation werde sich weiter verschlechtern, sollte der Konflikt im Land anhalten, warnen UN-Vertreter. Für mindestens 7 Millionen Menschen – ein Viertel der Bevölkerung – hat die Ernährungslage die Notfallstufe (Phase 4 der 5-stufigen Skala) erreicht. Das entspricht einer Steigerung um 15 Prozent seit Juni 2015. Die Situation weiterer 7,1 Millionen Menschen sei als Krise einzustufen (Phase 3), so der IPC-Bericht.

„Diese Ergebnisse machen mehr als deutlich, welches enorme Ausmaß die humanitäre Krise im Jemen erreicht hat“, erklärte der UN-Nothilfekoordinator im Jemen, Jamie McGoldrick. Der Konflikt habe dem Land und der Bevölkerung enormen Schaden zugefügt, die ohnehin weitverbreitete Not weiter verschärft und die Familien praktisch vollkommen hilflos gemacht.“

Hauptursachen für die dramatische Ernährungslage sind unter anderem Treibstoffmangel und Importeinschränkungen, die dazu führen, dass die Verfügbarkeit von Grundnahrungsmitteln – welche zu 90 Prozent importiert werden – stark zurückgegangen ist. So waren die Preise für Weizen im Mai diesen Jahres 12 bis 15 Prozent höher als vor Beginn der Krise, obwohl die weltweiten Weizenpreise in den vergangenen Monaten sanken. „Wir konnten unter diesen schweren Bedingungen in den am stärksten betroffenen Gebieten Hilfe leisten. Aber der anhaltende Konflikt, Vertreibung sowie der eingeschränkte Zugang zu Ackerflächen und Fischfanggebieten führen weiter zu erheblichen Verlusten in der Landwirtschaft und bedrohen das Überleben der Bauern“, sagte Salah El Hajj Hassan, Vertreter der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation (FAO) im Jemen. Es sei von essenzieller Bedeutung, den betroffenen Gemeinden zu helfen, sich unter anderem durch Gemüseanbau und Geflügelhaltung im eigenen Hinterhof selbst zu ernähren.

Laut IPC-Berichts benötigen rund 3 Millionen Kinder unter fünf Jahren sowie schwangere und stillende Frauen Unterstützung, um akute Mangelernährung vorzubeugen oder zu behandeln. Mangelernährung hat in den meisten Provinzen des Landes alarmierende Raten von bis zu 25,1 Prozent im Umland von Taiz und 21,7 Prozent in Al-Hudaida erreicht. Unter diesen Umständen sind Ernährungshilfe und landwirtschaftliche Unterstützung unabdingbar, um Leben zu retten und Existenzgrundlagen zu sichern. „Von Januar bis Ende April 2016 konnten wir rund 3,6 Millionen Menschen mit Notrationen unterstützen. Unser Nothilfeprogramm ist jedoch erheblich unterfinanziert“, sagte McGoldrick. „Ich appelliere dringend an die Gebergemeinschaft, die Mittel für die humanitäre Hilfe zu erhöhen, damit wir weitere Millionen bedürftiger Menschen mit Ernährungshilfe erreichen können.“

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