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Imame aus der Eifel

Deutsch-türkischer Moscheeverband DITIB eröffnet Bildungszentrum

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Foto: DITIB-Akademie, Facebook

(Agenturen/iz, sw). Der deutsch-türkische Moscheeverband DITIB eröffnete am 9. Januar im Eifelort Dahlem ein Bildungszentrum . Dort sollen unter anderem Religionsbeauftragte ausgebildet werden. Ziel sei es, die Zahl deutschsprachiger Imame, Prediger und Gemeindepädagogen zu erhöhen.

Bislang sind in den 857 Gemeinden mehr als 1.000 solcher Religionsbeauftragter tätig, von denen ein Großteil direkt aus der Türkei entsandt wird. Der Verband stand wegen dieser Verbindung immer wieder wegen einer zu großen Nähe zur türkischen Regierung in der Kritik. Bisher fehlte es – auch in einigen anderen Organisationen – an den Mitteln zur Ausbildung und befriedigenden Finanzierung von Imamen und Gelehrten.

DITIB-Vorsitzender Kazim Türkmen betonte gegenüber der Katholischen Nachrichtenagentur, das neue Angebot verstehe sich nicht als Konkurrenz zum Studium der islamischen Theologie, sondern als Ergänzung. „Wer Imam an einer Moschee werden will, braucht eine Fülle an praktischen Kenntnissen. Die wollen wir auf diesem Wege vermitteln. Auch evangelische und katholische Priester durchlaufen schließlich eine praktische Ausbildung.“

Staatssekretär Dr. Markus Kerber vom Bundesministerium des Inneren war auch bei der Eröffnung anwesend. Beobachter deuteten das auf eine zukünftige Annäherung zwischen Bundesregierung und der DITIB. In seiner Grußbotschaft ­begrüßte der für die Islamkonferenz verantwortliche politische Beamte die Schaffung der neuen Ausbildungsstätte. Der Moment sei ein „wichtiger Tag“, mit dem der „größte Dachverband islamischer ­Gemeinden in Deutschland“ mit der praktischen Schulung religiösen Personals „in Deutschland und auf Deutsch“ ­beginne. Aus dem Grundgesetz leite sich ab, dass diese Qualifikation und der spätere Einsatz des entsprechenden Personals „Angelegenheit der Religionsgemeinschaften“ sei. Dr. Kerber stellte klar, dass eine mögliche Hilfe für die Osnabrücker Initiative zur Imamausbildung sich nicht gegen die DITIB richte.

Wie sieht das neue Konzept aus? ­Erstellt hat es allein die DITIB-Akademie, wie deren Leiterin Seyda Can schilderte. Vor allem praxisorientiert soll es zugehen, also viel Einsatz in einer ­Moscheegemeinde. In Dahlem absolvieren die zwölf Frauen und zehn Männer ihre Theoriewochen „überwiegend“ auf Deutsch, sagte Can. Es gebe auch externe Referenten und Dozenten deutscher Hochschulen. Auf dem Programm stehen islamisches Recht, der Qur’an, ­deutsches Religionsverfassungsrecht, Redekunst und auch gesellschaftliche Themen.

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Sulaiman Wilms

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