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In Europa drohen ungemütliche Zeiten, nachdem die Krise in Irland zuschlug. Von Malik Özkan

Der Euro wankt

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(iz). Geht es ums liebe Geld, sitzen alle Europäer, unabhängig von ihrer Nationalität oder ­ihrem Glauben, in einem Boot. Egal ob wir in Moscheen, Synagogen oder Kirchen gehen, der Euro ist etwas, was wir alle alltäglich benutzen müssen. Als Objekt der Anbetung hat er allerdings nicht nur für Gläubige zunehmend ausgedient. Ob die bunten Scheine die 16 Staaten Europas auch künftig zusammenhalten können, ist wohl eine der entscheidenden Fragen unserer Zeit.

Der Zweifel am Euro wächst dabei parallel zu den Versprechungen der Politik. „Die Rente ist sicher“, haben die Politiker schon einmal vor Jahren verkündet. Heute glaubt keiner mehr an sichere Renten. Nun heißt es genauso forsch, „der Euro ist sicher“. Sicher ist aber vergleichsweise wenig. Im Hintergrund wird ein Scheitern als ein durchaus reales Szenario angesehen, auch die Trennung einer wohlhabenden Nordzone vom chronischen Ärger in den Südländern wird in Industriekreisen, so durch den Ex-BDI-Chef Henkel, angedacht. Für Henkel ist die europäische Solidarität inzwischen ein unbezahlbarer Luxus, wenn auch die Großindustrie, die Henkel ­lange vertrat, über Jahrzehnte vom schrankenlosen Export profitiert hat.

Viele Kritiker, wie der britische Ökonom Christopher Smalllwood, sind heute auf der Insel angesiedelt. Der Euro-Skeptiker veröffentlichte im Sommer ein Dossier „warum der Euro zerbrechen muss“. Der eigentliche Knackpunkt werden wohl die Versuche der deutschen Regierung sein, einige „Stabiltätskriterien“ zu retten. Ohne die versprochene Stabilität der Währung droht das deutsche Wahlvolk mit den Füßen abzustimmen. Schon heute flüchten viele Deutsche in reale Anlagen wie Gold oder Immobilien. Bis in Sachen „Euro“ ein Scheitern oder Weitermachen feststeht, versucht die Politik, bevor noch härtere Fakten zum Handeln drängen, nicht nur ihren Schulterschluss, sondern auch ihre arglos eingegangene Schicksalsgemeinschaft mit den großen Banken Europas herunterzureden. Die Sorgen der system­relevanten Banken lassen der Politik wenig Wahl, koste es was es wolle. Deutschland muss zunächst für die armen Länder wie Irland, Portugal und natürlich Griechenland bürgen. „Aber“, so verkün­det Guido Westerwelle stolz im ZDF, „ab 2013 sollen auch die Banken zur ­Kasse gebeten werden“. Diese These ist vage, denn die Finanzkrise tobt bis ­dahin ungehindert weiter. Unter dem Eindruck der Revolten in Griechenland und den wachsenden Schuldenbergen werden sich die europäischen Staaten auch auf revoltierende Bürger einstellen müssen. „Die Sicherheitsgesetze“, so ein Beobach­ter in Berlin, „wurden nicht nur wegen ein paar Islamisten gemacht.“

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