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Islamabad: Nach Dreiergipfel – Kämpfe in NWFP werden härter

Vorherige Einigung brachte keine Beruhigung

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(dpa) Nach dem Gipfeltreffen der USA mit Pakistan und Afghanistan haben die Verbündeten ihre Offensive im Kampf gegen die Taliban verstärkt. Die pakistanische Armee flog am Donnerstag Luftangriffe im unruhigen Swat-Tal an der Grenze zu Afghanistan. Ziel war ein von den Aufständischen und dem Terrornetz El Kaida betriebenes Ausbildungslager. Nach dem Tod von vermutlich Dutzenden Zivilisten bei Luftschlägen der NATO-geführten Truppen entschuldigte sich US-Verteidigungsminister Robert Gates für zivile Opfer bei den Einsätzen von US-Soldaten. Zugleich beschuldigte er aber am Donnerstag auf einer Pressekonferenz in der afghanischen Hauptstadt Kabul die Taliban-Rebellen, sie würden Menschen als Schutzschilde einsetzen.

//1//«Wir bedauern jedes einzige unschuldige afghanische Opfer», sagte Gates. «Ich glaube, dass die Taliban in vielen Fällen Zivilisten als menschliche Schutzschilde einsetzen», fügte er hinzu. Die Bevölkerung müsse erkennen, dass dies ein Teil der «rücksichtslosen» Kampfstrategie der Rebellen sei. Auch US-Präsident Barack Obama hatte beim Gipfeltreffen am Mittwoch mit Afghanistans Präsident Hamid Karsai und Pakistans Staatschef Asif Ali Zardari mehr Schutz für die Zivilisten zugesagt. «Wir werden alle Anstrengungen unternehmen, um zivile Opfer zu vermeiden», betonte er.

//4//Bei Luftangriffen am Montag sollen nach Angaben des des Parlamentsabgeordneten Mohammad Musa Nasrat mehr als 100 Zivilisten, darunter Frauen und Kinder, umgekommen sein. Das wären die bisher meisten Opfer in der Zivilbevölkerung bei einem Einsatz der ISAF- Streitkräfte. Deshalb kam es in der westafghanischen Provinz Farah am Donnerstag zu Ausschreitungen. Die Demonstranten forderten die Bestrafung der Verantwortlichen. Aus den USA kamen unterdessen Zweifel an der hohen Opferzahl. Die «New York Times» zitierte Pentagon-Beamte, wonach Augenzeugen berichtet hätten, die Taliban hätten die Zivilisten getötet, um die Leichen anschließend durchs Dorf zu fahren und die Amerikaner dafür verantwortlich zu machen. Auch der US-Befehlshaber in Afghanistan, David McKiernan, sagte, es gebe «deutlich andere Schlussfolgerungen über die Ursache».

//2//Bei der intensivierten Offensive der pakistanischen Armee wurden neben dem Ausbildungscamp der Taliban auch weitere Ziele in der Swat- Region ins Visier genommen. Kampfflugzeuge hätten Bombenangriffe auf Stellungen der Taliban geflogen, hieß es von der Armee. Anschließend hätten Kampfhubschrauber die Aufständischen mit Raketen beschossen. Auch Bodentruppen seien zum Einsatz gekommen. Zahlreiche Aufständische seien getötet worden, hieß es. Seit dem 26. April wurden nach Armeeangaben 350 Bewaffnete getötet.

Der Nachrichtensender Dawn meldete am Donnerstag, die Regierung in Islamabad werde schon bald den Friedensvertrag mit den Taliban im Norden Pakistans aufkündigen. Dem Abkommen zufolge sollte in der Region Malakand – zu der Swat und weitere umliegende Distrikte gehören – das Rechtssystem der Scharia eingeführt werden. Im Gegenzug sollten die Taliban ihre Gewalt einstellen.

Das Internationale Rote Kreuz wies auf die humanitäre Situation in der umkämpften pakistanisch-afghanischen Grenzregion hin. «Wir können die am schwersten von den Kämpfen betroffenen Regionen wegen der unbeständigen Lage nicht mehr erreichen», sagte der Chef der IKRK- Operationen in der pakistanischen Nordwest-Grenzprovinz, Benno Kocher. Immer mehr Menschen versuchen aus den Unruhegebieten zu fliehen, um nicht ins Kreuzfeuer zwischen Taliban und Armee zu geraten.

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