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Islamische Lebenspraxis

Khatm Al-Qur’an

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Als „Khatm Al-Qur’an“ wird der Abschluss einer vollständigen Rezitation des Qur’an bezeichnet, das heißt, dass der Qur’an einmal vollständig gelesen worden ist. Unabhängig davon, in welchem Zeitraum dies geschehen ist.

Diese vollständige Rezitation des Qur’an kann auf verschiedene Weise vonstatten gehen. Zum einen, dass man als einzelne Person seine persönliche Rezitation abgeschlossen hat. Am Ende von gedruckten Qur’an-Ausgaben finden sich dann oft lange Bittgebete speziell für den Anlass eines solchen Khatm, die man lesen kann. Im Fastenmonat Ramadan gibt es die segensreich Tradition, innerhalb dieses Monats den Qur’an einmal vollständig zu rezitieren.

Den 30 Tagen des Monats entspricht die Einteilung des Qur’an in 30 Abschnitte (Dschuz), sodass man jeden Tag ein Dschuz lesen kann. Bei den abendlichen Tarawih-Gebeten wird oft ebenfalls an jedem Abend ein Dschuz im Gebet rezitiert, sodass auch hier im Fastenmonat der ganze Qur’an rezitiert wird. Da der Vorbeter des Tarawih-Gebetes laut rezitiert, hat man die Möglichkeit, so innerhalb der Fastenzeit den gesamten Qur’an hören zu können, was für viele auch eine der besonderen Vorzüge der Tarawih-Gebete darstellt.

In einigen Regionen, etwa in Marokko und anderen afrikanischen Ländern, ist es Tradition, in den Moscheen jeweils nach dem Morgen- und Abendgebet gemeinsam ein Hizb, ein Sechzigstel des Qur’an, zu rezitieren, also ein Dschuz pro Tag, sowie ein Hizb vor dem Freitagsgebet, sodass auch hier in den entsprechenden Zeitabständen immer wieder ein Khatm erfolgt.

Es gibt zudem in einigen Regionen die Tradition, einige Zeit nach dem Tod eines Muslims für diesen einmal den ganzen Qur’an zu rezitieren oder rezitieren zu lassen. Mancherorts wird dies am 40. Tag nach dem Todestag gemacht, allerdings wird eine solche Festlegung von namhaften Gelehrten als verurteilenswerte Neuerung, die keine Basis im islamischen Recht hat, bezeichnet, zumal dann, wenn der oder die Rezitatoren dafür mit Geld entlohnt werden werden. Generell wird diese Praxis aber als segensreich und empfohlen betrachtet, sofern sie nicht gegen Bezahlung erfolgt und nicht auf einen bestimmten Tag, etwa den Vierzigsten, festgelegt wird.

Die Beendigung einer vollständigen Rezitation des Qur’an ist ein Anlass, der mit Freude und Bittgebeten verbunden ist und auch entsprechend begangen wird, was eine empfehlenswerte Sache darstellt. Dies war bereits zur Zeit der Gefährten des Propheten und ihrer Nachfolger so üblich. Der große Gelehrte An-Nawawi hat dazu verschiedene Regeln zusammengefasst.

So sollte man den letzten Abschnitt am besten in einem Gebet rezitieren, vor allem, wenn man alleine ist. Generell ist es am besten, sich anlässlich der Beendigung (Khatm) zu versammeln und dieses besondere Ereignis gemeinschaftlich zu begehen, vor allem mit einem gemeinsamem Du’a (Bittgebet).

Der Prophetengefährte Anas ibn Malik pflegte, wenn er die Rezitation des Qur’an beendet hatte, seine Familie zu versammeln und Bittgebete zu sprechen. Hakam ibn ‘Utaibah sagte: „Einmal wurde von Mudschahid und ‘Ubadah ibn Abi Lubabah nach mir geschickt, die zu mir sagten: ‘Wir haben dich eingeladen, weil wir beabsichtigen, die Qur’an-Rezitation zu beenden, und die Bittgebete zur Zeit des Beendens werden beantwortet.’“ In einer anderen Versionen sagen sie: “Die Barmherzigkeit Allahs kommt zu der Zeit herab, wenn die Rezitation des Qur’an abgeschlossen wird.“ So wird die Bedeutung des Du’as beim Khatm Al-Qur’an besonders hervorgehoben. Auch ist es gut, am Tag des Khatm zu fasten.

Es ist außerdem eine begründete Tradition, die Rezitation unmittelbar nach dem Beenden wieder neu zu beginnen, das heißt, dass man mit der ersten Sura, Al-Fatiha, und einigen Versen der Sura Al-Baqara endet, nachdem man die letzte Sura, An-Nas, gelesen hat. Laut einem von Anas ibn Malik überlieferten Hadith sagte der Prophet, Allahs Segen und Friede auf ihm: „Zu den guten Taten gehört es, [anzukommen und] sich niederzulassen und wieder aufzubrechen [die Reise fortzusetzen]. Als der Prophet gefragt wurde, was dies bedeute, sagte er: ‘Den Qur’an zu beenden und ihn wieder zu beginnen.’“ (Von Yasin Alder, Bonn)

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