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Islamische Lebenspraxis

Umgang mit der Armut

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Wer in muslimischen Ländern einmal erlebt hat, wie genügsam und zufrieden, ja sogar glücklich Menschen wirken können, die unter teils schwierigsten Umständen in Armut leben, kann kaum anders, als beeindruckt zu sein und gleichzeitig auch beschämt, wenn man daran denkt, aufgrund welch vergleichweise geringer Probleme man selbst sich sorgt oder die Fassung verliert, und wie schwierig es manchmal ist, ganz mit dem zufrieden zu sein, was man von Allah bekommt.

Der Prophet Muhammad, Allah segne ihn und schenke ihm Frieden, hat gesagt: „Wer mit einer geringen Versorgung von Allah zufrieden ist, mit dem ist Allah schon mit wenigen guten Taten zufrieden.“ Die Armut gilt sogar als ein besonders vorzüglicher Zustand, den viele fromme Muslime freiwillig anstrebten. Der Prophet sagte auch: „O Allah, lass mich als Armer leben und als Armer sterben, und versammele mich mit der Schar der Armen (am Tag der Auferstehung).“ Imam Al-Ghazali verfasste in „Al-Ihja ‘Ulum Ad-Din“ ein ganzes Kapitel über die Armut und den Verzicht, wo er über das Wesen der Armut und die verschiedenen Zustände und Namen des Armen, über den besonderen Wert der Armut, den Vorzug der Armut vor dem Reichtum, das gute Verhalten des Armen und so weiter ausführlich schreibt. Es gilt dem Propheten nach als besser, seine Armut nicht bekannt zu geben und sich des Bettelns zu enthalten, soweit möglich. Nuri sagte: „Die Eigenschaft des armen Derwischs ist, dass er still ist, wenn er nichts hat, und freigiebig und andere bevorzugend, wenn er etwas hat.“ Der Gesandte Allahs hat auch gesagt, dass die Armen die Gärten des Paradieses 40 Jahre eher erreichen werden als die Reichen. Ihre Befragung am Tage des Gerichts wird viel kürzer sein. Nach einer weiteren Überlieferung werden die Armen am Tag der Abrechnung Allah besonders nahe sein. Armut ist auch ein Zustand, der den Menschen ihre Abhängigkeit von Allah und Seiner Versorgung besonders deutlich macht, denn nur Er versorgt uns, und man lernt dadurch das feste Vertrauen auf Allah allein.

Reichtum hingegen, der auch eine große Verantwortung mit sich bringt, birgt eher die Gefahr, leichter in den Zustand der Vergesslichkeit in Bezug auf Allah zu kommen. Man sollte auch keine Furcht vor Armut haben, da dies dem Vertrauen auf Allahs Versorgung entgegenläuft. Der Ausspruch des Propheten, dass Armut dem Unglauben nahe ist, wurden von den ‘Arifin so erklärt, dass Glaube die nobelste menschliche Qualität ist, und sein Gegenteil, Unglaube, die schlimmste. Da die Gefahr des Unglaubens mit der Armut verbunden ist, deutet dies darauf hin, dass sie der Nobelste der Zustände ist, denn je besser und exzellenter etwas ist, umso schlechter ist dessen Gegenteil.

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