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Islamische Lebenspraxis

Höflichkeit der Rede

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(iz). Anders als in der zeitgenössischen Welt gilt die menschliche Sprache als Handlung. Dementsprechend folgt sie im Islam be­stimm­ten Verhaltensweisen, wenn sie als ange­messen gelten soll.

In der Sure Al-Hadsch beschreibt Allah die Muminun: „Und sie wurden rechtgeleitet von der reinsten aller Reden und geführt auf dem Pfad von Ihm, dem alles Lob gebührt.“

Wenn ihr in Gesellschaft redet, sprecht nur, was der Situation angemessen ist und fasst euch kurz. Zählt ihr zu den jüngeren unter den Anwesenden, sprecht solange nicht, bis ihr gefragt werdet oder, wenn ihr wisst, dass eure Rede und Worte gut angenommen wird und den anderen nutzen wird. Benutzt einen angemessenen Ton in eurer Rede.

Anas berichtet, dass „die Sprache des Propheten deutlich und klar war. Nicht zu viel und nicht zu wenig. Er hatte eine Abneigung gegen Abschweifung und Geschwätzigkeit“. Al-Bukhari überlieferte ein Hadith, in dem ‘Aischa berichtete, dass „die Rede des Propheten so knapp bemessen war, dass man seine Worte zählen konnte“.

Egal zu wem ihr sprecht – in einer Versamm­lung oder allein – stellt sicher, dass eure Stimme angenehm ist. Sprecht in einem leisen, hörbaren Ton. Eine laute Stimme wi­der­spricht den angemessenen Umgangsformen und verweist auf einen Mangel an Respekt für die Person, mit der ihr sprecht. Dieses Verhalten gilt allen: Freunden, Gleichgestellten, Bekannten, Fremden, den Alten und den Jungen. Es ist noch wichtiger, an diesem Verhalten mit den eigenen Eltern oder Personen von ähnlichem Status festzuhalten; oder mit jenen Personen, die noch größeren Respekt verdienen. Wenn angemessen, lächelt der Person zu, mit der ihr redet. Dies macht sie empfänglicher für das, was ihr zu sagen habt und wird den Eindruck vermeiden helfen, dass praktizierende Muslime ernst und humorlos sind.

Im Qur’an werden wir auf den Ratschlag von Luqman, dem Weisen, verwiesen, als dieser seinem Sohn sagte: „… und senkt eure Stimme.“ Der Vater riet ihm, auf freundliche Art und Weise zu sprechen, denn eine laute Rede ist abzulehnen und hässlich. In der Sura Al-Hudscharat findet sich dazu: „O die ihr glaubt, erhebt nicht eure Stimmen über die Stimme des Propheten, und sprecht nicht so laut zu ihm, wie ihr laut zueinander sprecht, auf dass (nicht) eure Werke hinfällig werden, ohne dass ihr es merkt. Gewiss, diejenigen, die ihre Stimmen bei Allahs Gesandtem mäßigen, das sind diejenigen, deren Herzen Allah auf die Gottesfurcht geprüft hat. Für sie wird es Vergebung und großartigen Lohn geben.“

Imam Al-Bukhari berichtet, wie ‘Abdullah ibn Az-Zubair sagte, dass ‘Umar ibn Al-Khattab – nach der Offenbarung dieser Verse – immer, wenn er mit Propheten sprechen wollte, so redete als würde er flüstern. Der Prophet konnte ihn kaum verstehen und erkundigte sich über das was ‘Umar sagte, da er ihn nicht gut hören konnte.

Al-Hafiz Adh-Dhahabi schrieb in seiner Biografie von Imam Ibn Sirin, einem großen Gelehrten und bedeutendem Nachfolger der [Propheten-]Gefährten: „War er in der Gegenwart seiner Mutter, sprach er mit einer solch leisen Stimme, dass man meinen ­wür­de, er sei krank.“ In seiner Biografie von ‘Ab­dullah ibn ‘Aun Al-Basri, einem Studenten von Imam Ibn Sirin und einem der wichtigsten Lehrer von Al-Hafiz Adh-Dhahabi, heißt es: „Einmal rief ihn seine Mutter und weil er in einer Stimme antwortete, die lauter war als ihre eigene, reagierte er furchtsam, bat um Verzeihung und befreite zwei Sklaven.“

‘Asim ibn Badhilah Al-Kufi, der Rezitator des Qur’an, sagte: „Ich besuchte ‘Umar ibn ‘Abdul ‘Aziz und ein Mann sprach laut. ‘Umar sagte ihm: ‘Halt ein. Du musst nicht laut sprechen. Sprich nur so laut, dass dich dein Zuhörer verstehen kann.’“ Der ehrenwerte ‘Abdullah ibn Wahab, Zeitgenosse von Malik, Al-Laith und Ath-Thauri, sagte: „Gelegentlich erzählt mir jemand eine Geschichte, die schon kannte, bevor seine Eltern geheiratet haben. Und doch höre ich ihm zu, so als hätte ich sie niemals gehört.“

Ibrahim ibn Al-Dschunaid sagte: „Ein weiser Mann riet seinem Sohn: ‘Lerne die Kunst des Zuhörens, so wie du die Kunst des Sprechens gemeistert hast. Gutes Zuhören bedeutet, dass du Augenkontakt aufrecht erhältst, dass du den Sprecher ausreden lässt und dich davor zurückhältst, den Sprechenden in seiner Rede zu unterbrechen.“ (Von Schaikh Abdulfattah Abu Ghuddah)

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