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Islamische Lebenspraxis: Hadsch

Die Pilgerfahrt

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Die Hadsch ist die Pilgerfahrt nach Mekka. Sie ist eine der Fünf Säulen des Islam, und jeder Muslim und jede Muslimin sollte sie, soweit es möglich ist, einmal im Leben absolviert haben. Die Zeit für die Hadsch ist genau festgelegt und ist mit dem Opferfest (‘Id Al-Adha) zeitlich verknüpft. Im Unterschied zu dieser “großen Pilgerfahrt” kann man eine ’Umra, eine Besuchsreise, jederzeit durchführen. Bei ihr wird allerdings nur ein Teil der bei der Hadsch zu verrichtenden gottesdienstlichen Handlungen durchgeführt. Über die spirituellen und symbolischen Bedeutungen der einzelnen Handlungen und Bestandteile der Hadsch ist viel geschrieben worden; an dieser Stelle soll aber nur kurz ein Überblick über den Ablauf mit den Handlungsbestandteilen aus rechtlicher Sicht behandelt werden.

Die wichtigsten Bestandteile sind: Das Fassen der Absicht, das Eintreten in den Ihram-Zustand (bei Männern verbunden mit dem Anlegen des Pilgergewandes), der Tawaf Al-Ifada (das siebenmalige Umschreiten der Ka’ba am Ende der Hadsch-Riten), das Laufen zwischen den Hügeln Safa und Marwa (Sa’i), das Stehen auf der Ebene von ‘Arafa zur Zeit der Hadsch, und, wobei die Meinungen dazu verschieden sind, das Steinigen der Säulen von ’Aqaba. Nach dem Anlegen des Ihram gelten besondere Verhaltensregeln, um den Zustand des Ihram nicht zu brechen. Dazu gehört zum Beispiel, dass Männer keine genähte Kleidung tragen und den Kopf nicht bedecken dürfen, man als Schuhwerk höchstens leichte Sandalen tragen darf, weder Haare noch Fingernägel geschnitten oder gekürzt werden dürfen, kein Parfüm benutzt, keine Tiere getötet oder Pflanzen abgebrochen oder ausgerissen werden, und kein Geschlechtsverkehr durchgeführt werden darf. Auch darf in dieser Zeit nicht geheiratet werden.

Es gibt drei Arten der Verrichtung der Hadsch: Hadsch Al-Ifrad (oder Al-Mufrad), wobei nur die Hadsch-Riten vollzogen werden; Hadsch Al-Qiran, die die Hadsch Al-Ifrad mit einer ‘Umra verbindet, wobei man dazwischen den Ihram anbehält; und Hadsch Tamattu‘, wobei man zuerst eine ‘Umra und dann die Hadsch verrichtet, dazwischen aber den Ihram ablegt. Die malikitische Rechtsschule bevorzugt die Hadsch Al-Ifrad, die hanafitische die Hadsch Al-Qiran. Bei der Hadsch Al-Ifrad entfällt das bei den beiden anderen Arten erforderliche Schlachtopfer. Die Sunna-Handlungen der Hadsch, die nach dem Vorbild des Propheten während dieser durchgeführt werden sollen, sind zu umfangreich, um hier vollständig dargestellt zu werden. Chronologisch läuft die Hadsch in etwa wie folgt ab: Beim Erreichen der Miqat, der geographischen Punkte, ab denen man in den Ihram-Zustand eintreten muss, fasst man die Absicht und betet zwei Gebetseinheiten. Männer legen das Pilgergewand an. Man beginnt mit dem Rufen der Talbija auf Arabisch (“Dir zu Diensten, O Allah, Dir zu Diensten. Dir zu Diensten, der Du keinen Teilhaber hast, Dir zu Diensten. Dein ist der Lobpreis, Dein sind die Segnungen, Dein ist die Herrschaft. Du hast keinen Teilhaber.”) Nach der Ankunft in Mekka führt man die Umkreisung der Ka’ba (Tawaf) durch und verrichtet danach zwei Gebetseinheiten (Rak’at). Die eigentliche Hadsch beginnt am 8. Dhul-Hidscha, an dem die Pilger sich von Mekka nach Mina begeben. Am 9. Dhul-Hidscha bricht man nach Sonnenaufgang nach ‘Arafa und verbringt dort den Tag mit Bittgebet und dem “Stehen vor Allah”. Nach Sonnenuntergang begeben die Pilger sich nach Muzdalifa, wo die Nacht verbracht wird und Steine für den nächsten Tag gesammelt werden. Am 10. Dhul-Hidscha zieht man wieder nach Mina, bewirft dort die große Dschamra, eine Säule, was auf die Geschichte des Propheten Ibrahim zurückgeht und die Zurückweisung des Schaitan symbolisiert, schlachtet – bei Hadsch Al-Qiran und Hadsch Tamattu‘ – ein Opfertier, kürzt oder rasiert das Kopfhaar und verrichtet den Tawaf Al-Ifada um die Ka’ba. Danach wird der Ihram abgelegt und der Ihram-Zustand verlassen, und man bleibt noch zwei bis drei weitere Tage in Mina, wobei dann auch auf alle drei Säulen Steine geworfen werden. Vor der Abreise aus Mekka wird nochmals ein Tawaf durchgeführt.

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