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Gesundheit im Ramadan

Islamische Lebenspraxis. Professor S. Akhtar, Kuwait

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(iz). Da ich als Apotheker mit besonderen Ernährungs- und Gesundheitsfragen konfrontiert bin, möchte ich meinen Beitrag für fastende Muslime leisten. Die Befolgung des verpflichtenden Fastens im Ramadan gehört zu den fünf Säulen, die die islamische Lebens­praxis ausmachen. Das Fasten im Ramadan ist für jeden gesunden, erwachsenen Muslim vorgeschrieben, wohingegen die Schwachen, Kranken, Kinder, Reisende und menstruierenden Frauen von dieser Pflicht ausgenommen sind. Von den das Fasten befolgenden Muslimen wird nicht nur verlangt, von der Nahrungsaufnahme, Trinken, Rauchen und Geschlechtsverkehr abzusehen, sondern auch von der Einnahme oraler Medizin und der Injektion flüssiger Pharmazeutika.

Es ist gibt keine Notwendigkeit, beim Iftar oder beim Suhur übermäßige Mengen an Nahrung zu sich zu nehmen. Die Gründe dafür sind zweierlei Art. Erstens, und am bedeutendsten, widerspricht solch ein Lebensstil dem Geist und den grundlegenden Prinzipien des Fastens im Monat Ramadan. Übermäßiges Essen in der Zeit nach und vor dem Fasten kann als Reflexion einer schwachen Disziplin und von Verantwortungslosigkeit betrachtet werden.

Und zweitens besitzt der Körper regelnde Mechanismen, die die Stoffwechselrate während des Fastens reduzieren und eine effizientere Ausnutzung des Körperfetts sichern. Außerdem nehmen viele Muslime in dieser Zeit einen ruhigeren Lebenswandel ein. Als Endergebnis bleibt, dass eine ausgewogene Ernährung, die aus weniger als der normal zugeführten Nahrung besteht, ausreichend ist, um eine Person während des Ramadan gesund und aktiv zu halten.

Um in dieser segensreichen Zeit gesund zu bleiben, empfehlen sich folgende wichtige Nahrungsgruppen: Brot und Getreideprodukte, Milch- und Milchprodukte, Fisch, Fleisch und Geflügel, Bohnen, Gemüse und Obst – Vegetarier und Veganer sollten dementsprechend die Liste ihrer Nahrung ergänzen. Das Essen von Früchten am Ende einer Mahlzeit ist sehr empfohlen. Die Ernährung im Ramadan sollte sich nicht von den üblichen Gewohnheiten unterscheiden und so einfach wie möglich sein. Außerdem sollte sie daraufhin ausgerichtet sein, das Gewicht zu halten und weder zu Gewichtsverlust, noch zu Zunahme führen. Jedoch gilt, dass für jemanden, der übergewichtig ist, der Ramadan eine gute Zeit zum Abnehmen ist.

Angesichts von langen Fastenzeiten sollten die langkettigen Kohlenhydrate, oder auch Ballaststoffe, zum Suhur gegessen werden, damit das Essen länger – ungefähr acht Stunden – für den Tag wirksam ist. Diese komplexen Kohlenhydrate finden sich in Getreide und Saaten, wie Gerste, Weizen, Hafer, Semolina, Bohnen, Linsen, Vollkornmehl und ungeschältem Reis. Im Gegensatz dazu halten die raffinierten Kohlenhydrate oder schnell verdauliche Nahrungsmittel nur drei oder vier Stunden und sollten besser zum Iftar gegessen werden, um den Blutzuckerspiegel schneller anzuheben. Datteln sind eine exzellente Quelle für Zucker, Fasern, Kohlenhydrate, Kalium und Magnessium und sind seit den Tagen des Propheten Muhammad ein sehr gutes Mittel, um das Fasten zu brechen.

Ganz wichtig ist das Trinken von ausreichend Wasser und Säften zwischen dem Iftar und dem Schlaf, um Dehydrierung zu verhindern und um eine Entgiftung des Verdauungsapparates sicherzustellen. Es ist empfohlen, dass sich jeder auf die eine oder andere Art und Weise einer leichten Form von Übung unterziehen sollte, wie beispielsweise längeren Spaziergängen oder dem Stretching. Übergewichtige Menschen sollten die Menge an Bewegung erhöhen, während sie gleichzeitig die der zugeführten Nahrung verringern sollten.

Es ist für manche Muslime auch nicht unwichtig, während des Ramadans ihre Zeitverteilung zu korrigieren und die ihnen verfügbare Zeit zwischen den Handlungen der Anbetung, Arbeit, Studium, Schlaf und körperlichen Aktivitäten aufzuteilen. Übermäßige Arbeit oder überlanger Schlaf, insbesondere während des Tages, schaden der Gesundheit und reduzieren den spirituellen Nutzen eines Fastentages. Man sollte auch nicht vergessen, dass bei vielen Fastenden – gerade zum Fastenbrechen hin – gelegentlich die Konzentration nachlässt. Dementsprechend sollte auch der eigene Tagesablauf ausgelegt sein.

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Professor S. Akhtar

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