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Ein muslimischer Tagesablauf

Ein Tagesablauf - Von Yasin Alder, Bonn

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(iz). Das Leben eines praktizierenden Muslims wird geprägt von der Sunna des Gesandten Muhammad, Allahs Segen und Friede auf ihm, seiner vorbildlichen und verbindlichen Lebensweise, die sich auch auf ganz alltägliche Dinge bezieht. Die Lebensweise des Propheten ist gewissermaßen die praktische Umsetzung der Offenbarung des Qur’an, und in einem von ‘A’ischa überlieferten Hadith heißt es ja, dass der Gesandte Allahs ein auf der Erde wandelnder Qur’an war. Durch die Übernahme der prophetischen Sunna nähern Muslime sich dem Vorbild des Propheten und erinnern sich an Allah, indem sie die Ihm wohlgefällige Lebensweise annehmen. Im folgenden sollen einige praktische Beispiele der Sunna anhand eines normalen Tagesablaufs dargestellt werden.

Wenn ein Muslim am Morgen erwacht, erinnert er sich zuerst an Allah, lobt ihn und gedenkt dessen, das er zu Ihm zurückkehren wird. Dann bereitet man sich auf das Morgengebet, das noch vor Sonnenaufgang verrichtet wird, vor, indem die rituelle Waschung durchgeführt wird. Vor dem verpflichtenden Morgengebet werden noch zwei zusätzliche Gebetseinheiten verrichtet.

Viele Muslime stehen auch während der Nacht zu freiwilligen Gebeten auf, wie es im Qur’an befohlen wird. Vor oder nach dem Morgengebet lesen viele Muslime im Qur’an, gedenken Allah oder sprechen Bittgebete. Beim Anziehen beginnt man mit der rechten Seite. Die Kleidung der Muslime sollte dezent sein, nicht verschwenderisch, und die Körperformen überdecken. Das Kürzen der Nägel und das Rasieren der Körperbehaarung gehören ebenfalls zur Sunna. Männer lassen den Bart länger wachsen und kürzen den Schnurrbart, so dass er nicht über die Oberlippe ragt. Der Schnurrbart wird aber nicht ganz abrasiert. Das Frühstück wird wie jedes Essen mit „Bismillah“, „Mit dem Namen Allahs“, begonnen, oder „Mit dem Namen Allahs, des Allerbarmers, des Barmherzigen“, und man dankt Allah in einem kurzen Bittgebet für die von Ihm gegebene Versorgung. Gegessen und getrunken wird möglichst im Sitzen und mit der rechten Hand. Die linke Hand wird hingegen bei der vorgeschriebenen Reinigung mit Wasser nach dem Verrichten der Notdurft benutzt. Beim Trinken werden zunächst drei Schlucke gemacht und danach jeweils kurz abgesetzt, also nicht direkt in einem Zug getrunken. Nach dem Essen lobt man Allah mit „Alhamdulillah“.

Im Laufe des Vormittags, vor dem Mittagsgebet, können freiwillig zusätzliche Gebetseinheiten, das Duha-Gebet, verrichtet werden. Die anderen vier täglichen Pflicht-Gebete, das Mittagsgebet (Dhuhr), Nachmittagsgebet (‘Asr), Abendgebet (Maghrib) und Nachtgebet (‘Ischa) prägen den Tagesablauf. In unseren Breiten variieren die Gebetszeiten, die sich nach dem Stand der Sonne richten, je nach Jahreszeit teils erheblich. So pendelt etwa die Zeit des Abendgebets ungefähr zwischen 16.30 im Winter und 22.00 Uhr im Sommer.

Während des Tages ist man angehalten, sich so oft wie möglich an Allah zu erinnern (Dhikr), wozu auch die Erwähnung seines Namens etwa bei den Begrüßungsformeln, der Antwort auf die Frage nach dem Befinden („Alhamdulillah“ -Lob sei Allah, im guten und im schlechten) oder den Dankformeln gehört. Als Muslim lässt man das, was einen nichts angeht, führt keine üble Nachrede über andere und nimmt keine schlechten Wörter in den Mund. Man ist zu Wohltätigkeit und dem Geben von Spenden (Sadaqa) angehalten sowie dazu, Kranke zu besuchen. Lehren und lernen und die praktische Umsetzung des gelernten haben einen hohen Stellenwert.

Nach dem Geschlechtsverkehr verrichten Muslime eine rituelle Ganzwaschung (Ghusl), bei der der ganze Körper mit Wasser gereinigt werden muss. Das letzte Gebet vor dem Morgengebet ist das stark erwünschte Witr-Gebet, das vor dem Schlafengehen oder als letztes der freiwilligen Nachtgebete verrichtet wird. Vor dem Schlafengehen sollte man eine rituelle Waschung durchführen, und der Prophet pflegte vor dem Einschlafen zu sagen: „O Allah, mit Deinem Namen sterbe und lebe ich.“ (Bukhari)

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