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Israel stellt das Wasser ab

Gegen die palästinensische Bevölkerung

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Wikimedia commons | Anita Martins

(ProMosaik e.V.). Israel kontrolliert den Zugang zu den palästinensischen Grundwasserspeichern und schränkt diesen für die Bewohner vor Ort ein. Einem erfahrenen Palästinareporter zufolge wurden einer Stadt von 40.000 Einwohnern gerade im Monat Ramadan, in dem die „Menschen am meisten den Zugang zu Lebensmitteln und Wasser benötigen“, 50 Prozent des Wassers abgestellt.

Das israelische Regime beschränkt den Wasserzugang in Palästina. Es handelt sich hierbei um eine langfristige Praxis, die im vergangenen Ramadan nur noch intensiver betrieben wurde, gerade weil der Zugang zum Wasser im islamischen Fastenmonat wichtiger ist als sonst.

Die Unterbrechungen der Wasserversorgung trafen im Besonderen das besetzte Westjordanland sehr hart, berichtete Al-Jazeera am 23. Juni. „Von Wassermangel und Wassersperren wurde in der gesamten Region der nördlichen Bezirke von Jenin und Nablus im Westjordanland berichtet. Das, obwohl die israelische Koordinierungseinheit der Regierungstätigkeiten in den Territorien (COGAT), die israelische Behörde, die für die besetzten Gebiete des Westjordanlandes zuständig ist, leugnete, das Wasser gesperrt oder eingeschränkt zu haben“, schrieb Sheren Khalel.

Saleh Afaneh, der Leiter der Wasser- und Abwasserabteilung in Salfit, einer Stadt im nördlichen Bereich des Westjordanlandes, teilte Khalel mit, dass seine Gemeinde von Israel nur 30-40 Prozent der normalen Wassergenehmigung erhielte. „Am ersten Tag des Monats Ramadan wurde das Wasser 24 Stunden lang ohne Vorankündigung gesperrt“, so Afaneh. „Seitdem erhielten wir nicht einmal die Hälfte. Wir taten alles, was in unserer Macht stand, um zu versuchen, die Bewohner zu beruhigen, aber es ist eine Krise.“

Die meisten Palästinenser sind Muslime und während des heiligen Fastenmonats Ramadan essen und trinken sie von der Morgendämmerung bis Sonnenuntergang nicht. Vor Sonnenuntergang und in den Stunden danach ist es während des heiligen Fastenmonats wesentlich, Zugang zu Wasser und Lebensmitteln zu erhalten. Dies mache die Blockade besonders verheerend, berichtete Ramzy Baroud, Redakteur von The Palestine Chronicle, in einem Interview mit RT am 17. Juni.

„Die Menschen brauchen gerade wegen des Iftar einen dringenden Zugang zu Lebensmitteln und Wasser, weil sie das Fasten brechen. Und gerade jetzt wird ihnen der Zugang dazu verwehrt“, so Baroud.

Das Problem des Zugangs zum Wasser ist in Palästina ein dauerndes, bemerkte Baroud. „In der Geschichte des Konflikts mit den Palästinensern hat Israel so viel daran gesetzt, um den Palästinensern den Zugang zu Wasser zu verwehren, und dies nicht nur in Form kollektiver Bestrafungen, sondern auch, um zu vermeiden, dass die Palästinenser ihre Wirtschaft entwickeln können. Die Palästinenser sind nämlich zwischen 14 und 20 Prozent von der Landwirtschaft abhängig“, argumentierte er.

Die Kontrolle der palästinensischen Landwirtschaft – sei es die der Wasserversorgung oder der wenigen Exporte, die die palästinensische Landwirtschaft in die Lage versetzen, ausländische Märkte zu erschließen – ermöglicht Israel Profit. Nicht nur haben die Gesundheit und die Landwirtschaft unter der Blockade gelitten. Diese hat nämlich auch die regionale traditionelle Blumenzucht und viele andere Branchen beeinträchtigt.

Khalel zufolge empfiehlt die Weltgesundheitsorganisation, dass jede Person den Zugang zu mindestens 100 Liter Wasser pro Tag haben muss, um alle Bedürfnisse, vom Kochen bis hin zum Waschen und Trinken zu befriedigen. Die Israelis erhalten ungefähr 240-300 Liter Wasser pro Tag, während die Palästinenser im Durchschnitt nur 73 Liter pro Tag zur Verfügung haben.

Des Weiteren sind 180 besonders verarmte Gemeinden innerhalb der Region des „Bereichs C“ im Gazastreifen nicht mit fließendem Wasser verbunden. Manche Palästinenser geben ein Fünftel ihres Lohns für Wasser aus. Baroud zufolge handelt es sich aber nicht um israelisches Wasser, das Israel dort verkauft. „Die größte Tragödie besteht ja darin, dass das Wasser, das Israel den Palästinensern verwehrt, in Wirklichkeit palästinensisches Wasser ist“, teilte er RT mit. „Und das dürfen wir absolut nicht vergessen. Israel stiehlt das Wasser aus den palästinensischen Grundwasserspeichern des Westjordanlandes, verpackt es und verkauft es zurück. Und am Ende sperren sie nun den Palästinensern genau das Wasser, das sie ihnen vorher gestohlen haben.“

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