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IZ-Serie: Das Lehrgedicht „Murschid Al-Mu’in“ von Ibn ‘Aschir enthält die wesentlichen Elemente des Islam. Von Dr. Asadullah Yate

Was wir über den Din wissen müssen (3)

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(iz). Imam ‘Abdulwahid ibn ‘Aschir war ein bekannter marokkanischer Gelehrter des 11. Jahrhunderts nach der Hidschra. In seinem bekannten Lehrgedicht „Al-Murschid Al-Mu’in“ sind die drei Teilelemente des Islam – Islam, Iman und Ihsan – verständlich und kompakt zusammengefasst.

Im letzten Abschnitt wurde über jene Dinge gesprochen, die notwendigerweise (wadschib) über Allah ausgesagt werden müssen.

Hier nun benutzt Ibn ‘Aschir ebenfalls das Wort „wadschib“, aber in dem Zusammenhang, was notwendig ist für die Person, die Mukallaf ist, und er erklärt, was Mukallaf bedeutet.

10. Das erste, was für die rechtlich verantwortliche Person notwendig ist, sofern diese zur Reflexion fähig ist, ist dass sie

11. Allah und die Gesandten mit den Attributen und Eigenschaften kennt, die in den Versen [des Qur’an] dargelegt sind.

Mukallaf ist die verantwortliche Person, die nicht mehr im Kindesalter ist. Sobald eine Person diesen Zustand erreicht hat, werden bestimmte Dinge für ihn oder sie notwendig beziehungsweise verpflichtend. Sodann zählt Ibn ‘Aschir die Eigenschaften der Person, die Mukallaf ist, auf. Sie muss in der Lage sein, zu denken und zu reflektieren, mit anderen Worten, jemand, der bei Verstand ist und nicht verrückt ist. Denn wenn jemand nicht in der Lage und mit der geistigen Kapazität ausgestattet ist, über Allah und Seinen Gesandten, Friede auf ihm, nachzudenken und Allah und Seine Gesandten zu erkennen, dann ist diese Person auch nicht verantwortlich. Dieser Person ist vielmehr der Eintritt in den Garten schon gesichert. Dieses Verstehen meint gemäß dem, wie Allah der Erhabene Sich selbst und den Gesandten im Qur’an beschrieben hat beziehungsweise wie der Gesandte Allahs es beschrieben hat.

12. Jede Verpflichtung bedingt, dass die Person von gesundem Verstand ist, die Pubertät erreicht hat, zu erkennen durch den Beginn der Menstruation oder einer Schwangerschaft, 13. Oder durch das Erscheinen von ­Sperma, oder das Wachstum der Schambehaarung oder (in Abwesenheit aller ­dieser Zeichen) der Vollendung des achtzehnten Lebensjahres.

Ibn ‘Aschir sagt: Jede Verpflichtung beruht auf der Grundlage, dass jemand einen gesunden Verstand hat. Um verantwortlich zu sein, muss die Person die Pubertät erreicht haben. Das Erreichen der Pubertät ist daran zu erkennen, dass bei Mädchen die erste Regelblutung eintritt, oder eine Schwangerschaft. Bei Jungen ist es der Austritt von Samenflüssigkeit; oder, bei beiden Geschlechtern, das Wachstum des Schamhaars. Tritt keines dieser Zeichen auf, dann gilt man spätestens dann als Mukallaf, sobald das achtzehnte Lebensjahr erreicht wurde. Das Erreichen der Verantwortlichkeit hängt also nicht von einem bestimmten Alter ab, sondern von den erwähnten Zeichen. Die obere Altersgrenze ist aber 18 Jahre.

Das nächste Kapitel befasst sich mit den Grundlagen der ‘Aqida. Ibn ‘Aschir beginnt hier mit der Aufzählung von 13 Eigenschaften Allahs. Und er verwendet hier wieder das Wort „yadschibu“, notwendig, was bedeutet, dass wir uns an die Notwendigkeit halten, dass Allah ist, dass Er existiert.

14 Notwendig ist es für Allah, dass Er Existenz besitzt und dass Seine Existenz von vor dem Anbeginn der Zeit herrührt, und entsprechend, dass Er die Eigenschaft des Fortdauerns besitzt, und absolute ­Unabhängigkeit und Reichtum (Nichtbedürftigkeit).

Der erste Teil der Schahada, „La ilaha illa’Llah“, es gibt keinen Gott außer Allah, ist eine Bestätigung Seiner Existenz (Wudschud). Die zweite Eigenschaft ist Al-Qidam; Allah ist Qadim, seine Existenz reicht in die Zeit vor der Zeit zurück, sie ist von jeher und ohne Anfang. Mit anderen Worten: Allah kommt nicht in die Existenz, sondern Er war schon immer. Und Er hat die Eigenschaft des Baqa’, Seine Existenz währt immer fort, ohne Ende. Die Eigenschaft des Al-Ghina Al-Mutlaq bedeutet wörtlich, dass Allah reich im Übermaß und unabhängig ist, das heißt Er bedarf nicht der Schöpfung, denn Er hat alles geschaffen.

15. Und was Er erschaffen hat ist ohne jede Ähnlichkeit zu seiner Eigenheit oder Seiner Einheit des Wesens, der Eigenschaften und der Handlungen.

Allah hat auch die Eigenschaft der völligen Gegensätzlichkeit zu allem Erschaffenen. Allah sagt beispielsweise im Qur’an, dass es nichts gibt, das Ihm ähnelt. Und dann nennt Ibn ‘Aschir das Attribut der Einheit des Wesens, der Eigenschaften und der Handlungen. Allahs Wesen ist eins, es gibt nicht zwei. Bezüglich der Eigenschaften meint dies, dass Sein Attribut der Macht absolut und vollkommen ist, und es keine Macht neben dieser gibt, auch wenn dies manchmal so scheinen mag. Und hinsichtlich der Handlungen bedeutet es, dass alle die aufeinander folgenden Bewegungen, Veränderungen und Geschehnisse in der sichtbaren Schöpfung nichts anderes sind als eine Manifestation der Einheit Allahs. Die im Wissen Fortgeschrittenen sehen in der Schöpfung nichts anderes, als dass jede Handlung von Allah kommt und von Ihm erschaffen wurde.

16. Und Macht, Wille, Wissen, Leben, Hören, Sprechen, Sehen sind notwendig für Ihn. Darauf folgend nennt Ibn ‘Aschir die Eigenschaft der Qudra, der Macht Allahs. Hier ist der Aspekt Seiner Macht gemeint, mit der Allah Dinge bestimmt, etwa das Leben und Sterben von Geschöpfen. Wir kennen das Wort auch von dem Begriff Lailat Al-Qadr, denn Qadr kommt von der gleichen Wortwurzel. Eine weitere Eigenschaft Allahs ist der Wille, ‘Irada; Allah tut, was Er will. Das folgende Attribut Allahs, ‘Ilm, Wissen, bedeutet, dass Er alles weiß. Wir wissen aus dem Qur’an, dass Er um jedes Blatt weiß, das von einem Baum fällt. Allah hat auch die Eigenschaft von Hajat, Leben, Er ist der Lebendige und derjenige, der den Menschen Leben gibt und es wieder hinweg nimmt. Allah ist auch der Hörende, und wir sagen im Gebet: „Sami’ Allahu liman hamidah“, „Allah hört den, der Ihn preist“. Die Eigenschaft des Kalam, der Sprache, meint, dass der Qur’an das Wort Allahs ist; Er ist der Sprechende. Und schließlich die Eigenschaft des Sehens, Basar; Allah sagt im Qur’an, dass die Blicke Ihn nicht erreichen, aber Er die Blicke sieht.

Dies sind die Eigenschaften Allahs, die wir wissen müssen und an denen wir was Allah angeht festhalten müssen.

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