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Jemen: Neue Spannungen zwischen Saudi-Arabien und VAE

Verbündete verfolgen im Südjemen gegensätzliche Interessen

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Foto: commons.wikimedia.org, Almigdad Mojalli/VOA | Gemeinfrei

Aden (dpa). Im Kampf um die südjemenitische Hafenstadt Aden wachsen die Spannungen zwischen den Verbündeten Saudi-Arabien und den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE). Die von Saudi-Arabien unterstützte jemenitische Regierung warf den VAE am Donnerstag einen Luftangriff auf die Armee vor. Bei der Bombardierung in Aden und der benachbarten Stadt Sindschibar habe es Tote und Verletzte gegeben, teilte das jemenitische Außenministerium in einer Erklärung mit.

Jemens Regierungstruppen kämpfen im Süden des Bürgerkriegslandes gegen die Separatisten des Südlichen Übergangsrates (STC), die wiederum von den VAE unterstützt werden. STC-Sprecher Nasar Haitham wies den Vorwurf zurück. Das Flugzeug habe weder die Armee noch Zivilisten bombardiert, sondern „terroristische Kräfte“.

Saudi-Arabien und die VAE sind im Bürgerkriegsland Jemen eigentlich Verbündete. Ihre Militärkoalition bekämpft gemeinsam die Huthi-Rebellen, die große Gebiete im Norden kontrollieren, darunter die Hauptstadt Sanaa. Saudi-Arabien und die VAE sehen in den Huthis einen Verbündeten ihres schiitischen Erzfeindes Iran.

Im Südjemen verfolgen die beiden Golfstaaten hingegen gegensätzliche Interessen. Von ihrer Unterstützung für den STC versprechen sich die Emirate eine größere Kontrolle über die See- und Handelswege in der Region. Die Separatisten wollen sich vom Jemen abspalten und beschuldigen die Regierung, mit Terrorkräften zusammenzuarbeiten.

Der Jemen war bereits bis zu seiner Wiedervereinigung 1990 gespalten. Aden war damals die Hauptstadt des südlichen Teils. Seit der Einnahme Sanaas durch die Huthi-Rebellen nach ihrem Vormarsch hatte dort die international anerkannte Regierung ihren Sitz.

Die Kämpfe um die strategisch wichtige Hafenstadt waren in den vergangenen Wochen eskaliert. Die STC-Truppen besetzten Mitte August zentrale Posten in Aden und rückten auch in umliegenden Gebieten vor.

Am Mittwoch konnten die Regierungstruppen kurzzeitig Teile der Stadt wieder einnehmen, darunter den Flughafen. Mittlerweile sei Aden aber wieder vollständig in der Hand des STC, wie deren Sprecher Haitham über Twitter erklärte. Aus Kreisen der Regierung hieß es, deren Truppen hätten sich zurückgezogen, um Kämpfe zu vermeiden.

Die Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen (MSF) berichtete, bei den heftigen Gefechten am Mittwoch seien mindestens zehn Menschen getötet und mehr als 50 verletzt worden. In Aden herrsche „totales Chaos“.

Durch den jahrelangen Bürgerkrieg ist die Lage in dem bitterarmen Land ohnehin dramatisch. Die UN sprechen von der größten humanitären Krise weltweit. Mehr als 24 Millionen Menschen brauchen Hilfe, um überleben zu können, rund sieben Millionen sind unterernährt.

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