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Jerusalem: Al-Quds („die Heilige“) ist für Muslime sehr bedeutend

Eine Metropole des Zusammenlebens

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(iz). Nach den beiden bedeutensten Städten des Islam, Medina und Mekka, zählt Jerusalem zu den Orten, die für Muslime in aller Welt von großer Wichtigkeit sind.

Die Muslime nennen den Tempelberg, auf dem sich der Felsendom und die Al-Aqsa-Moschee befinden „Haram Asch-Sharif“ – „erhabenes Heiligtum“. Es gibt zwei Hauptgründe, warum Jerusalem für Muslime heilig ist:

– Es ist die erste Richtung, an die Muslime es gewöhnt waren, sich bei der Verrichtung ihrer Gebete zu wenden.
– Von dort, von der Al-Aqsa Moschee, der „entfernten Moschee“, ist der Prophet Muhammad zum Himmel aufgestiegen, eines wichtigen Ereignisse seines Prophetentums. Dies geschah in einer Nachtreise von der Al-Haram-Moschee in Mekka nach Jerusalem. Dieses Ereignis wird im Qur’an wie folgt berichtet:

„Gepriesen sei Der, Der Seinen Diener des Nachts von der unverletzlichen Moschee zur fernsten Moschee führte, deren Umgebung Wir gesegnet haben, um ihm einige von Unseren Zeichen zu zeigen. Gewiss, Er ist Der Allhörende, Der Allsehende.“ (Sure al-Isra’, 1)

In den Geschichten des Qur’an über die Propheten werden in vielen Versen, die auf palästinensische Regionen verweisen, diese als ‘gesegnete und heilige Länder’ erwähnt. Im obengenannten Vers über den Aufstieg zum Himmel wird die Umgebung um die Al-Aqsa-Moschee als eine beschrieben, die Allah gesegnet hat.

Jerusalem war bis zum Jahre 71 n.Chr. die Hauptstadt der Juden, bis die römische Armee in jenem Jahr einen Feldzug gegen die Juden beendete und sie aus dem Gebiet in unfruchtbare Gegenden vertrieb. In der Zeit der jüdischen Diaspora waren Jerusalem und seine Umgebung verlassen. Während der Zeit des römischen Kaisers Konstantin gewann Jerusalem dann durch die Annahme des Christentums wieder an Bedeutung. Römische Christen bauten erstmalig Kirchen in der antiken Stadt. Palästina blieb bis zum 7. Jahrhundert ein römisches, genauer byzantinisches Gebiet.

Die Eroberung der Region im Jahre 637 durch islamische Armeen stellt einen wichtigen Wendepunkt in der Geschichte Palästinas dar. Mit dieser Eroberung trat in Palästina, das jahrhundertelang Schauplatz von Kriegen, Verbannungen und Massakern war und häufig in den Besitz unterschiedlicher Glaubensgemeinschaften geriet, die jedesmal Anlass zu neuen Grausamkeiten gaben, Frieden und Ruhe ein. Das Verbot der Ausübung ihrer Religion für Juden unter den Römern wurde durch die Muslime aufgehoben und Juden kehrten wieder zurück nach Jerusalem.

Muslime brachten Entwicklung
Palästina wurde von ‘Umar, dem zweiten Khalif nach dem Propheten, eingenommen, womit eine Periode der Toleranz begann. Umar ließ eine neue, große Moschee auf dem Tempelberg errichten, die Al-Aqsa-Moschee. Zusammen mit dem Felsendom, der an die Himmelsreise von Muhammad erinnert, symbolisieren die beiden Gotteshäusern, dass die Muslime den Islam damit in der drittheiligsten Stadt des Islam etabliert haben.

Muslime brachten Zivilisation nach Jerusalem und ganz Palästina. Anstelle des Alleinvertreteungsanspruchs der byzantinischen Orthodoxie brachten die muslimischen Eroberer Religionsfreiheit für die unterschiedlichen christlichen Kirchen und die jüdischen Gemeinden. Nach der Eroberung lebten Muslime, Christen und Juden in Palästina in Frieden und Harmonie zusammen. Diese Phase dauerte solange an, wie diese Region sich unter der Herrschaft der Muslime befand.

Am Ende des 11. Jahrhunderts brachten die Kreuzfahrer Gewalt zurück in die Stadt, als sie in zwei Tagen ca. 40.000 Muslime und Juden auf barbarische Weise ermordeten.

Der Frieden und die Harmonie in Palästina, die seit ‘Umar eingekehrt waren, endete in einem jahrzehntelangen Krieg.

Die Gerechtigkeit Saladins
Die Kreuzfahrer machten aus Jerusalem ihre Hauptstadt und gründeten ein lateinisches Königreich, dessen Grenzen sich von Palästina bis nach Antiochia erstreckten. Jedoch konnten sich die Kreuzfahrer, die Rechtlosigkeit und Unterdrückung nach Palästina gebracht hatten, nicht lange halten. Salah-ad-Din al-Ajjubi („Saladin“) vereinigte alle muslimischen Königreiche der Region unter seiner Fahne und besiegte die Kreuzfahrer in der Schlacht von Hattin im Jahre 1187. Am 2. Oktober 1187 betraten Saladin und seine Armee Jerusalem als Eroberer, und für die folgenden 800 Jahre sollte Jerusalem eine muslimische Stadt bleiben. Saladin hielt sein Wort und eroberte die Stadt unter Einhaltung der höchsten islamischen Prinzipien, welche Glaubensfreiheit für andere Glaubensgemeinschaften beinhalteten.

Bis in die 20er Jahre des letzten Jahrhunderts verblieb Palästinas Hauptstadt, mit Ausnahme der 100 Jahre währenden Regierungszeit der Kreuzfahrer, unter muslimischer Herrschaft. 1948 haben jüdische Einwanderer und Siedler unter Führung der europäischen zionistischen Bewegung den westlichen Teil der Stadt als „Westjerusalem“ annektiert, der Rest der Stadt, das sog. „Ostjerusalem“ wurde 1967 von ihnen besetzt. 1980 wurde Jerusalem vom israelischen Parlament „Knesset“ zur „ewigen ungeteilten Hauptstadt Israels“ ernannt. Die Israelis führen seit der Besatzung Jerusalems eine Enteignung des palästinensischen Eigentums durch. Die eingesessenen palästinensischen Einwohner Jerusalems werden seitdem immer wieder einzeln und kollektiv vertrieben, um neue jüdische Einwanderer aus aller Welt in die Stadt aufnehmen zu können. Menschenrechtsorganisationen berichten von steter Diskriminierung von Christen und Muslimen in Israel.

Nicht nur die Gegenwart Jerusalems ist komplitziert. Die heutige Metropole war über Jahrhunderte hinweg ein Ort der Begegnung. Trotz der einzelnen Perioden der Unterdrückung, bleibt die Stadt ein Symbol des Miteinanders. Es ist Zeit, sich auf dieses freiheitliche Jerusalem zurückzubesinnen, anstatt sich weiter abzugrenzen.

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