Junge MuslimInnen häufig sozial engagiert

Karlsruhe (KNA). Laut einer Studie der Pädagogischen Hochschule Karlsruhe engagieren sich junge Musliminnen und Muslime in Deutschland häufig sozial. Studienleiter Jörg Imran Schröter betonte, die Befragung der rund 700 Muslime zwischen 14 bis 34 Jahren zeige, dass sich Religiosität positiv auf ein gesellschaftliches Engagement auswirke. Die Studie ist indes nicht repräsentativ, da vor allem Gymnasiasten und Studenten befragt wurden. Zudem kontaktierten die Wissenschaftler auch Muslime, die bekanntermaßen ehrenamtlich engagiert sind. Die Auswertung der Online-Befragung hält zugleich fest, dass Identifikation mit dem Islam nicht immer an einer Zugehörigkeit zu einer Moscheegemeinde gebunden ist. Dabei hatten Muslime bis zum Alter von 21 Jahren eher Kontakte zur Gemeinde als ältere. Auch legen die Studienautoren dar, dass das ehrenamtliche Engagement der Muslimen meist nicht in einem direkten religiösen Projekt stattfindet. Überrascht zeigen sich die Wissenschaftler, dass rund 70 Prozent der Studienteilnehmer Frauen waren. Dem stehe das öffentliche Bild eines männerdominierten Islam gegenüber. Die Studie empfiehlt daher, gezielt muslimische Mädchen und Frauen anzusprechen, um für soziales Engagement zu werben. Musliminnen dürften nicht marginalisiert werden. Unterstützt wurde die Befragung des Instituts für islamische Theologie und Religionspädagogik an der PH Karlsruhe vom Sinus-Institut Berlin sowie von der Robert Bosch Stiftung.