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Kaum Berichterstattung über 950 gemeldete antimuslimische Straftaten

Thomas Schimmel vermisst Kommentierung von gesellschaftlichen Verantwortungsträgern und Verbänden

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Berlin. Der Koordinator der Langen Nacht der Religionen in Berlin und Geschäftsführer der franziskanische Initiative 1219. Religions- und Kulturdialog e.V., Dr. Thomas M. Schimmel (und Mit-Initiator der Erklärung „Ohne Unterschiede“) zeigt sich verwundert über die geringe Resonanz auf die Veröffentlichung einer Antwort des Bundesinnenministeriums auf eine Kleine Anfrage zu Übergriffen gegen Musliminnen und Muslimen.

Wie verschiedene Medien am vergangenen Wochenende berichtet haben, wurden laut dieser Antwort im vergangen Jahr über 950 Mal Menschen muslimischen Glaubens und muslimische Einrichtungen angegriffen. Dabei wurden 33 Menschen verletzt. Der Zentralrat der Muslime geht von einer erheblich höheren Dunkelziffer aus.

„Ich vermisse die Kommentierung von Bischöfen, Zentralratsvorsitzenden, Gewerkschaftsleuten, Parteifunktionären, Regierungsvertretern und -vertreterinnen und Wohlfahrtsverbänden. Man könnte den Eindruck gewinnen, dass das Thema niemanden interessiert“ betonte Thomas M. Schimmel. Dabei, so Schimmel, bestätigen diese Zahlen erneut, dass es in unserem Land eine ausgeprägte Islamfeindlichkeit gäbe.

„Für uns in der interreligiösen Arbeit ist dieses Phänomen genauso besorgniserregend wie der zunehmende Antisemitismus. Hass und Gewalt gegen Minderheiten sind vollkommen unakzeptabel. Alle gesellschaftlichen Gruppen müssen immer und immer wieder dagegen Stellung beziehen. Und zwar eindeutig. Ein Schulterschluss aller religiösen Gemeinschaften gegen Vorurteile, Pauschalverurteilungen, Hass und Gewalt ist dringend notwendig“.

Thomas M. Schimmel ermuntert die Leitungen der gesellschaftlichen Gruppen, der Kirchen und Religionsgemeinschaften sowie der verschiedenen Verbände, bei jeder Gelegenheit Rassismus, Antisemitismus und Islamfeindlichkeit deutlich zu benennen und zu kritisieren – egal ob beispielsweise anlässlich der Veröffentlichung von Statistiken oder Studien, beim Bekanntwerden von islamfeindlichen Reden in Parlamenten oder bei Demonstrationen, bei der unsachlichen Berichterstattung in Medien oder bei antisemitischen Äußerungen von Parteivertretern.

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