IZ News Ticker

Khalil Breuer erinnert an ein lebenswichtiges Element für die menschliche Existenz

Freundschaft

Werbung

(iz). Die Philosophen verstehen unter Freundschaft, den jeweiligen Anderen an seine höchsten Möglichkeiten zu erinnern. Echte Freundschaft ermöglicht und fördert gegenseitiges Wachstum und Fortentwicklung. Sie beruht nicht auf Stillstand und Zufriedenheit mit der Stagnation. Der gute Freund will nicht nur sich selbst in einem Spiegel sehen. Deswegen kann es auch vorkommen, dass auf jeder Stufe, die wir erklimmen, auch neue Freunde erscheinen. „Freundschaft, nicht Geburt macht uns zu Brüdern“, heißt es bei Schiller. Damit ist diese Art der Freundschaft manchmal sogar höher zu schätzen als Familienbande.

Auch im Islam hat Freundschaft in jener Ausprägung ihren tieferen Sinn. Zunächst kann man den Islam gar nicht wirklich einsam praktizieren. Das gemeinsame Gebet mit Anderen hat eine höhere Dimension. Auf der Pilgerreise umrunden wir mit Millionen Gleichgesinnten die Kaaba. Was nicht bedeuten soll, das man nicht auch dort für einen Moment alleine sein kann. Dennoch tauchen aus der Masse der Muslime immer wieder Menschen auf, die uns auf besondere Weise helfen.

Auch in Tagen der Krise ist die Erinnerung durch Gefährten an den guten Weg notwendig. Da niemand weiß, wenn dieser Tag kommt, ist es immer gut, Andere um sich zu haben. Überhaupt warnen die großen Gelehrten vor dem Alleinsein. Das Schaf, das allein ist, warnt Ibn Adschiba, wird schnell zum Opfer des Wolfes. Die Gemeinschaft aber, die wir um uns bilden, färbt ab – im Guten wie im Schlechten. Wir brauchen Gemeinschaft und Freunde, nicht weil diese unsere Verantwortung für unser Leben abnehmen oder unseren Tod sterben könnten, sondern weil sie dabei helfen, den Sinn des Daseins ganz zu erschließen. Zumindest dann wenn sie Freunde sind.

Hierzu gehört auch der Hinweis auf Fehler, denn der wirklich gute Gefährte schweigt nicht. „Auf der höchsten Stufe der Freundschaft“, so La Rochefoucauld, „offenbaren wir dem Freunde nicht unsere Fehler, sondern die seinen“. Die Menschen um uns haben dennoch auch eine ambivalente Bedeutung. Sie potenzieren unsere Möglichkeiten und erinnern an unseren Zustand. Manchmal sehen wir in ihren Fehlern nur unsere eigenen. Sie lassen uns mit Ihren Eigenschaften manchmal klein oder groß wirken.

Wir müssen uns daher immer erinnern, dass jede Ihrer Eigenschaften – genauso wie unsere – nur geliehene sind. Wenn wir machmal, wie es immer vorkommen kann, vor den Menschen flüchten, erhalten sie Macht über uns. Es ist besser, sie als ein Geschenk und eine Prüfung zugleich zu sehen. Sie können uns ablenken. Oder, wenn sie in dem höheren Sinne Freunde sind, wieder an unsere höchsten Eigenschaften erinnern und helfen, diese in uns allen zu erkennen. Mit der Praxis der Sunna ist diese Haltung in einen Weg gegossen. Folgen wir ihr konsequent, dann ist es leichter, dem Anderen eine Hilfe, statt ein Hindernis zu sein. Das Beispiel des Propheten und seiner Gefährten erinnern uns schließlich an die höchsten ­Formen des Miteinanderseins.

Folgt uns für News auf:
https://www.facebook.com/islamischezeitungde

und:
https://twitter.com/izmedien

Noch kein IZ-Abo? Dann aber schnell!
http://www.islamische-zeitung.de/?cat=abo

Euch gefällt der Artikel? Hier könnt ihr ihn teilen!

Facebook
Twitter
Instagram
Lade...

Wenn Sie diese Seite weiter benutzen, akzeptieren Sie die Verwendung von Cookies. mehr Informationen

Wir verwenden Cookies, um Inhalte und Anzeigen zu personalisieren, Funktionen für soziale Medien anbieten zu können und die Zugriffe auf unsere Website zu analysieren. Außerdem geben wir Informationen zu Ihrer Verwendung unserer Website an unsere Partner für soziale Medien, Werbung und Analysen weiter. Unsere Partner führen diese Informationen möglicherweise mit weiteren Daten zusammen, die Sie ihnen bereitgestellt haben oder die sie im Rahmen Ihrer Nutzung der Dienste gesammelt haben. Sie stimmen der Verwendung von Cookies zu, wenn Sie "Akzeptieren" klicken.

Schließen