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Klimaschutz ist religiöses Gebot

Muslime zu mehr Umweltbewusstsein aufgerufen

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Foto: jcomp, Freepik

Im Vorfeld der Weltklimagipfel in Madrid rufen Bekir Altaş, Generalsekretär der Islamischen Gemeinschaft Millî Görüş (IGMG), und Mesud Gülbahar, Vorsitzender der Hilfsorganisation Hasene International, Muslime zu mehr Umwelt- und Klimabewusstsein auf.

Köln (igmg.org). „Die internationale Staatengemeinschaft steht in der Pflicht, klare und verbindliche Klimaziele zu definieren und Maßnahmen einzuleiten. Aber auch jeder Einzelne ist gefordert, seinen persönlichen Beitrag zu leisten. Das gilt auch für uns Muslime und unsere Moscheegemeinden. Die Umweltethik des Islams ist verankert im Koran, in der Tradition des Propheten Muhammad sowie einem breiten Konsens muslimischer Gelehrter und von daher verbindlich und verpflichtend“, erklärt Bekir Altaş.

So müssten Muslime alle Bereiche der Moscheegemeinden in den Blick nehme. Dazu gehöre die Heiztechnik genauso wie die Gebäudeisolierung. „Schließlich geht es um die Bewahrung der Schöpfung, was im islamischen Sinne eine fortlaufende Spende ist“, erklärt Bekir Altaş.

Vor diesem Hintergrund ruft der IGMG-Generalsekretär Moscheegemeinden dazu auf, bei Neubauten und Sanierungen darauf zu achten, umwelt- und klimafreundliche Lösungen zu bevorzugen. „Unser Ziel muss es sein, vor unserer eigenen Haustür zu kehren und unsere CO2-Emmissionen zu senken. Langfristig müssen wir klimaneutral leben und handeln“, so Bekir Altaş weiter. Seit 2013 habe sich bereits viel getan in den Gemeinden, es gebe aber noch viel ungenutztes Potenzial. Vor sechs Jahren war Umweltschutz Motto des „Tages der offenen Moschee“ mit zahlreichen Informationsveranstaltungen.

Mesud Gülbahar macht auf die Folgen der globalen Klimaveränderung aufmerksam und warnt vor einem „Weiter so“. „Als internationale Hilfsorganisationen erfahren wir aus erster Hand, welche Folgen der Klimawandel – insbesondere in den ohnehin armen Regionen der Erde – hat. Millionen Menschen weltweit kämpfen aufgrund von Dürren heute schon ums Überleben. Noch nie war die Zahl der Menschen, die wegen Klimakatastrophen fliehen müssen, so groß. Angesichts dessen, sind wir bereits im Verzug und müssen schnellstens die Weichen umstellen, um weiteren Schaden abzuwenden“, erklärt der Hasene-Vorsitzender. Deshalb legen wir bei Hilfs- und Unterstützungsmaßnahmen großen Wert auf Nachhaltigkeit und Umweltfreundlichkeit.

In der islamischen Lehre gilt das Prinzip, dass das Abwenden von Schaden Vorrang vor dem Erringen des Vorteils hat. Dies gilt auch im Umgang mit der Natur. Im Koran heißt es: „Wir haben alles nach Maß erschaffen.“ Diesem Grundsatz folgend gehört auch das maßvolle Leben und Handeln mit der Erde zu den religiösen Geboten. Gülbahar weiter: „Das ökologische und ökonomische Ungleichgewicht auf der Erde ist extrem. Während die einen im Überfluss und verschwenderisch leben, fehlt es den anderen am Nötigsten. Wir stehen alle gemeinsam in der Pflicht, dies zu ändern.“

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