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Kommentar: Eine wahre Friedensordnung kann im Gaza-Streifen nicht entstehen. Von Khalil Breuer

"Ein bißchen von allem"

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(iz). Es ist eine Art ewige Wiederkehr des Gleichen. Für Israel gilt kein Recht der Welt, wichtige Prinzipien des Humanismus sowieso nicht und der Grundsatz der Verhältnismäßigkeit schon gar nicht. Irrational ist auch die abgründige Rechtfertigungskampagne, dass praktisch jeder Angriff von einzelnen Terroristen, angeblich einen totalen Krieg und jeden Gegenterror der Betroffenen “bis zum bitteren Ende” rechtfertige. Wer eine ganze Bevölkerungstruppe terrorisieren will, muss heute nur noch dafür sorgen, dass diese Gruppe auch dauerhaft einige Terroristen beheimatet.

Das palästinensische Lager, seit Jahrzehnten eingepfercht im größten Gefängnis der modernen Welt, hilft sich mit einer absurden Steinzeittaktik gegen die gnadenlose Belagerung durch eine bis an die Zähne bewaffnete Atommacht. Das Leid der hungernden Bevölkerung im Gazastreifen bleibt furchtbar. Die Kriegerkasten auf beiden Seiten haben ein explosives Gemisch zusammengemixt: ein bisschen Ideologie, ein bisschen Nationalismus, ein bisschen Religion und ein bisschen Kriegswirtschaft. Wer so lebt, braucht den Feind wie die Luft zum Atmen.//2r//

Die Hamas, angeblich ja radikal-islamisch, propagiert und vollzieht paradoxerweise, in Form ihrer zynischen Akzeptanz von Selbstmordattentaten und mit der Führung eines nicht zu gewinnenden, asymetrischen Krieges, den Bruch mit dem islamischen Recht. Auf dieser Basis ist nichts zu gewinnen und viel zu verlieren.

Wer glaubt, fragt sich nun nach der tieferen Bedeutung dieses Traumas. Noch immer kämpfen Palästinenser in erster Linie und in der radikalen Form in ideologischer Verblendung für ein kaum überlebensfähigen Staat, eine Fahne und nach der Befreiung – hier kann man sich sicher sein – für einen Schuldenberg. Frieden ist im Nahen Osten nicht in Sicht und eine Friedensordnung auf der Grundlage der starren Grenzen der “arabischen Nationen”, die nicht einmal souverän genug sind, in extremen Notlagen ihre eigenen Grenzen zu öffnen, auch kaum denkbar. Gesucht wird von den Muslimen also nichts anderes als ein neuer Nomos, der nicht auf Ideologien und Nationen, Nationalismus und Rassismus beruht und junge Männer nicht länger für Nichts ins Verderben schickt.

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Khalil Breuer

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