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Kommentar in eigener Sache: Freiwillig Bezahlen sollte in Mode kommen

"Arm, aber online"

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(iz) Auf „telepolis“ fand sich neulich ein für ­Zeitungsmacher schön und melancholisch klingender Satz: „Dass es wichtig und ­wünschenswert wäre, im Netz eine Kultur des freiwilligen Bezahlens zu etablieren und damit freie und unabhängige Berichterstattung zu sichern, daran kann eigentlich kein Zweifel bestehen.“ Ja, daran besteht kein Zweifel. Wie man mit einer schmucken Webseite auch ein ­wenig Geld machen kann, bleibt eine schwierige Herausforderung. Die „tageszeitung“ rief zum freiwilligen Bezahlen auf (gerne auch bei uns!). Andere Mitbewerber wie Qantara.de werden einfach von Dritten – durchaus auch gegen die Wettbewerbsregeln – subventioniert.

Die IZ-Redaktion zerbricht sich regelmäßig den Kopf, wie man Ideen und Ansprüche einer qualitativ anspruchsvollen islamischen Monatszeitung mit den harten Realitäten ihrer Finanzierbarkeit in Einklang bringen kann. Gerade die Webseite der „Islamischen Zeitung” ist zwar sehr beliebt, bringt aber wenig Einkommen. Viele Ideen für bessere und kreativere Inhalte, technische Innovationen und mehr Internet-TV bleiben so ­leider auf der Strecke. Was also tun?

Neulich waren wir in Hamburg eingeladen, um vor einem Kreis deutschsprachiger ­Muslime zur Geschichte und Grundidee der „Islamischen Zeitung” zu referieren. Der ­regelmäßige Kontakt zu Lesern oder Leserin­nen sind natürlich wichtig. Es macht auch ­immer wieder Spaß zu sehen, welche extrem unter­schiedlichen Leute sich eigentlich ­jeden ­Monat mit der IZ beschäftigen.

Wir setzen auch auf die aktive Mithilfe ­unserer LeserInnen – sei es bei der Produktion von Inhalten oder bei der Abo-Werbung. Vielleicht hat ja auch der eine oder andere Ideen, die wir mit unserem „Brett vor dem Kopf” nicht sehen können.

Ob finanzierbar oder nicht, die Zeitung setzt – auch in wirtschaftlich schwierigen Zeiten – auf inhaltliche Kontinuität und bei manchem Thema wollen und können wir nicht „populistisch” sein; auch nicht, um ein paar Zeitungen mehr zu verkaufen oder ­Medienaufmerksamkeit zu erhaschen.

Das kleinste Problem der Zeitung ist es, neue Inhalte zu finden. Der Islam ist ein Meer des Wissens und allein die Reflexion auf die fünf Säulen des Islam – siehe unsere ­Online-Grundlagenseite – könnte ­Dutzende weitere Ausgaben füllen, inscha’Allah.

Man kann sich die Zeit, in der man lebt, nicht aussuchen. Zwei weitere Grund­themen der „Islamischen Zeitung“ werden uns auch in den nächsten Jahren wohl weiter beschäf­tigen: Was unterscheidet den Islam von mo­der­nen Ideologien und was ist die ­Antwort des Islam auf die fundamentale Finanzkrise dieser Zeit? Hier liegen wir schon seit Jahren mit unseren Beiträgen nicht ganz schlecht im Wind.

Jetzt fehlt uns also zum Weitermachen nur noch eine Kultur des „freiwilligen Bezahlens“, denn – leider mit Blick auf sich stapelnde Rechnungen – unsere Lieferanten sind noch nicht soweit, die Freiwilligkeit des Bezahlens zu akzeptieren.

P.S. Sie dürfen gerne auch unsere Online-Ausgabe (freiwillig) bezahlen…

IZ Medien GmbH Postbank Leipzig BLZ 86010090 Konto: 200680907

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