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Kommentar: Lösungen wären möglich gewesen. Von Malik Özkan

Konferenz verliert an Sinn

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(iz). Es waren eigentlich keine unverschämten Forderungen des Zentralrates der Muslime – im Grunde ging es nur um ein wenig Mitsprache bei der Gestaltung der Konferenz. Es ging um ein klein wenig Aussicht auf konkrete Schritte. Um so unverständlicher die starre Haltung des Bundesinnenministers, der nun der Konferenz weiter an Sinn nimmt. Die ablehnende Haltung des ZMD-Vorsitzenden Ayyub Köhler, beileibe kein konservativer Hardliner, ist nur konsequent.

Unklug ist hingegen die indirekte Ausgrenzung beinahe aller arabischen und deutschen Muslime im Lande durch das BMI, die auch im Ausland durchaus registriert werden wird. In Berlin werden weiter publikumswirksam Meinungen ausgetauscht, aber es gibt dort weder eine überzeugende Vertretung der Muslime, noch eine ergebnisorientierte Konferenz mit sinnvollen Arbeitsgruppen. Das wirkt auf viele Angehörige einer der größten Minderheiten im Lande eben genau als verordnete Konferenz von Oben. Der Staat setzt so auf Dauer bequeme Mehrheiten und die immanente Bevorzugung nicht-praktizierender Muslime durch, die zudem als Gegensatz zu den “orthodoxen” Muslimen aufgebaut und einseitig als “aufgeklärt, modern, liberal” verklärt werden.

Die Mehrheit der Moscheegemeinden, um die es wirklich gehen sollte, wird sich von diesem Spektakel noch weiter abwenden. Schade eigentlich, eine salomonische Lösung wäre ja durchaus möglich gewesen. Die neue Einladung an die bosnischen Muslime war nicht nur eine gute Idee, sondern hätte auch für einen Qualitätsgewinn gestanden. Ihre Anwesenheit deutet zumindest an, dass der Islam in Europa eine vielfältige Geschichte hat und längst nicht nur ein Immigrantenproblem ist.

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