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Kommentar: Mohammed Khallouk über die Zusammensetzung der zweiten Deutschen Islamkonferenz

Fern der Realität

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(iz). Als eine Errungenschaft der großen Koalition gilt die vom damaligen Bundesinnenminister Schäuble ins Leben gerufene Islamkonferenz, die nun unter seinem Nachfolger fortgeführt wird. Von ihr sollte ein Signal an die in Deutschland lebenden Muslime ausgehen. Bei der Mehrheit der Muslime in Deutschland traf die Konferenz jedoch bislang auf wenig Interesse. Einen entscheidenden Schritt zur Gleichstellung ihrer Religion vermochten die wenigsten darin zu erkennen. Die Ursache dafür liegt nicht zuletzt in der personellen Zusammensetzung, in der man sich und seinen Glauben nicht repräsentiert sieht.

Mag es berechtigt erscheinen, muslimische Vereinigungen nicht allein über Teilnehmer entscheiden zu lassen, die Ausladung des Islamrats, eines der größten bundesweiten Islamverbände, erscheint wie eine gezielte Selektion seitens der Initiatoren. Wenn jedoch als so genannte „verbandsunabhängige Muslime“ in erster Linie bisher profilierte Kritiker des Islam wie Seyran Ates und Necla Kelek auftraten, die sich nicht nur von der religiösen Ansicht des „Mainstreammuslims“ weit entfernt haben, sondern die eigene Religion permanent mit Negativattributen wie „patriarchalisch“, „gewaltförderlich“ oder „rückständig“ belegen, wird der Anspruch einer gleichberechtigten Anerkennung des Islams von vorn herein verfehlt. Vielmehr erhält die gesamte Religion damit ein öffentlich sanktioniertes Ressentiment, das in der nichtmuslimischen Mehrheitsgesellschaft aus Unkenntnis entstanden ist.

Muslimen wird so indirekt suggeriert, eine Vereinbarkeit ihrer religiösen Praxis mit dem Grundgesetz sei nur zu erreichen, wenn sie die Randpositionen dieser so genannten „Repräsentanten“ übernehmen und sich vom Kern der islamischen Lehre distanzieren. Dahinter verbirgt sich die Assoziation von Integration mit Assimilation und Anerkennung einer vorgegebenen „Leitkultur“.

Nicht nur steht jener Kulturalismus dem Geist des deutschen Grundgesetzes entgegen, die Initiatoren ließen auch erkennen, dass sie am Ziel, den Muslimen von staatlicher Seite entgegenzukommen, nicht interessiert sind. Besonders bedauerlich erweist es sich, dass auch das Verständnis von Muslimen und Angehörigen der Mehrheitsgesellschaft so nicht gefördert wird, da nicht nur bestehende Stereotypen über den Islam aufgegriffen werden, sondern man darüber hinaus über die muslimische Mehrheit und ihre Sichtweisen aus diesen Veranstaltungen nichts erfahren kann.

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