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Kommentar: Trotz Sarrazin-Alarm ruhig bleiben, denn ein bisschen Eigenschau schadet nicht. Von Malik Özkan

Ein bisschen Selbstkritik

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(iz). Wow, es ist ein Medienspektakel erster Güte. Zumindest in der Kategorie “Wie vermarkte ich ein Buch” sind die Profis aus der Medienindustrie schon jetzt preisverdächtig. Jetzt müssen nur noch alle Trittbrettfahrer auf die Welle springen und mit großen Schaufeln die Debatte anheizen. Es qualmt ja schon! Mit Schlagwörtern wie “Gene, Nazi und Juden” ist man in den Talk-Shows zwischen Rhein und Spree garantiert dabei.

Natürlich gibt's auch einigen Lehrstoff den man zu verdauen hat. Als guter Staatsbürger lernt man zum Beispiel einiges über die Machtverhältnisse der Bundesrepublik (“Deutschland schafft sich ab”). Wenn man Banker bei der Bundesbank ist, kann einem beruflich keiner was. Ist ja logisch, denn wer das Geld druckt, sieht die Dinge eben von ganz oben! Was ist da schon ein wütende Kanzlerin und ein kleiner tobender Oppositionsführer.//2l//

Nebenbei geht es auch noch um eine Sache; über was man sagen darf oder was nicht. Ich denke auch als Muslim, der hin und wieder in Berlin U-Bahn fährt, kann man Sätze sagen wie: “Es gibt in Goethes Landen eine Menge sich schlecht benehmender Araber und Türken, die Ärger machen”. Sorry, diese Burschen kommen eben als Muslime rüber, obwohl die mit dem Islam gar nichts am Hut haben. Und auf manchem Pausenhof deutscher Hauptschulen sieht man schnell, dass auch einige der versammelten Muslime wohl keine akademische Karriere machen werden. Das macht jetzt aber den Özkan noch nicht rechtsradikal, oder?

Als Abiturient weiß ich, infam ist natürlich die beabsichtigte Verknüpfung dieser nicht zu leugnenden Phänome aus den Elendsetagen des Kapitalismus mit dem Islam an sich – oder den Muslimen überhaupt. Da ist der Herr Sarrazin schon unterste Schublade!

Wenn das Schule macht, geht es nämlich intellektuell immer tiefer in den Keller, dann degeneriert ganz Deutschland weil einige Deutsche sich wieder auf dem Ballermann wie Tiere benehmen. Dann sind Mallorca Urlauber genetisch vorbestimmte Trinker. Dann ist der Hinduismus integrationsfeindlich, weil ein Hindu in Pützelberg eine Bank ausgeraubt hat. Dann enden wir alle im Unterschichten-TV und lesen die Kulturzeitung “BILD.” Dann ist Ende! Noch Fragen?

Natürlich sollten wir Muslime uns wehren! Aber hallo! Sündenböcke gesucht? Nicht mit uns! Aber bitte, bitte, auch ein bisschen Selbstkritik.

Wenn ein muslimischer Verband seit Jahrzehnten aus nur einer Ethnie besteht, läuft da nicht auch ein wenig falsch? Und wer dauernd türkische Fläggchen wedelt, kommt der nicht eben doch wie eine nationale Minderheit rüber? Hier? Hat Nationalismus was mit dem Islam zu tun? Der ist doch für alle! Machen wir doch eine neue Kulturoffensive liebe Verbände! Wo seid ihr? Vorschläge?

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