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Kopenhagener Gipfel befasste sich nicht mit den eigentlichen Ursachen. Von Khalil Breuer

Die Geldkatastrophe

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(iz). Nach dem Klimaggipfel in Kopenhagen wächst die Verunsicherung über den wahren ökologischen Zustand der Erde. Die Politik setzt in der Öffentlichkeit auf langfristige Reformen und die Einrichtung weltstaatlicher Institutionen, gleichzeitig fehlt es ihr aber an der politischen Macht, die irrationalen Voraussetzungen endlosen Wachstums zu hinterfragen. Finanzkrise, Klimadebatte, Minarettfrage: Es geschieht selten, aber man kann dennoch versuchen (trotz der grenzenlosen Informationsflut, die effektiver ist als jede Zensur), die Dinge einmal auf den Punkt zu bringen.

Fakt ist, die westlichen Industriestaaten waren zur Rettung des Ökosystems und zur Bekämpfung des Hungers nicht bereit, auch nur annähernd so viel Geld auszugeben wie für die Rettung der Banken. Je mehr Geld im Umlauf ist, desto mehr wird das technologische Projekt der Menschheit entgleiten. Es besteht ein entscheidender Zusammenhang zwischen dem Klima auf dieser Erde und der Qualität des Geldes, das wir benutzen.

Nur die Produktion neuer Massen von Papiergeld ermöglicht überhaupt die „Blasenwirtschaft“, und Geld ist natürlich nicht selbst eine Handelsware oder ein legitimes Handelsgut. Die blinde Förderung der Banken stützt heute nicht die Realwirtschaft, sondern nur den Ausbau immer spekulativerer Anlageformen. Öffentliche Gelder werden so selbst zur Spekulationsmasse, statt die die Realwirtschaft auf verändernde Bedingungen vorzubereiten.

Die fundamentale „Geldfrage“ spielt auch im Islam eine wichtige Rolle. Der innere Zusammenhang von Geist und Materie in der Schöpfung wird vom Islam durch die Zakat bewusst gemacht. Die Zakat kann nicht mit inflationärem Papiergeld, sondern nur mit echten Werten bezahlt werden.

Die Vermehrung von Geld durch Zinsen ist verboten. Die Solidarität zwischen Arm und Reich ist im Islam darüberhinaus verpflichtend. Die soziale Dimension der Zakatzahlung schafft – wenn korrekt umgesetzt – echte Gemeinschaft und lokale Einheit zwischen den Muslimen. Es spielt keine Rolle, ob ein Türke, ein Deutscher oder Araber die Zakat bezahlt oder eintreibt.

Bedauerlicherweise gibt es – im Vergleich zur „Minarettfrage“ – noch wenig Aufregung über den Fall einer der Säulen des Islam. Zakat wird heute entweder falsch erhoben, falsch verwendet oder aber mit einem Almosen verwechselt. Wichtiger als die Höhe eines Minaretts ist natürlich das korrekte Praktizieren der Gemeinschaft und das Verstehen wesentlicher Bedeutungszusammenhänge, das heißt die islamische Bildung aller Männer und Frauen, die sich in einer Moschee versammeln.

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