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Kritik an AfD: Parteivize Glaser gegen Religionsfreiheit für Muslime

Im Vorfeld des geplanten Bundesparteitags wird über Protestmaßnahmen diskutiert

Foto: Mathesar | Lizenz: CC BY-SA 3.0

Bonn (KNA). Der Zentralrat der Muslime in Deutschland sieht nach dem Verzicht von Parteichefin Frauke Petry auf eine AfD-Spitzenkandidatur den Weg frei für noch radikalere und islamfeindlichere Kräfte in der Partei. Der stellvertretende AfD-Bundessprecher Albrecht Glaser erklärte tagesschau.de zufolge, er wolle dem Islam das Grundrecht auf Religionsfreiheit entziehen. Kirchenvertreter übten Kritik an der AfD vor dem geplanten Bundesparteitag am Wochenende in Köln.

Der Vorsitzende des Zentralrats der Muslime, Aiman Mazyek, sagte der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (Donnerstag): „Frau Petry hatte in dieser Partei nie die Hosen an.“ Während Petry zu einem kritischen Dialog etwa mit dem Zentralrat der Muslime bereit gewesen sei, hätten sich dem andere Kräfte aus der Parteiführung verweigert. Mazyek sagte: „Die AfD ist auf dem Weg, die NPD komplett aufzusaugen.“

Glaser äußerte sich laut dem Portal tagesschau.de, das sich auf einen Video-Mitschnitt beruft, am Dienstag in einer Rede zum Islam. „Der Islam ist eine Konstruktion, die selbst die Religionsfreiheit nicht kennt und diese nicht respektiert. Und da, wo sie das Sagen hat, jede Art von Religionsfreiheit im Keim erstickt. Und wer so mit einem Grundrecht umgeht, dem muss man das Grundrecht entziehen“, sagte er den Angaben zufolge im hessischen Oestrich-Winkel. Laut Bericht rückt Glaser mit der Forderung nach einem Entzug der Religionsfreiheit von bisherigen AfD-Positionen und dem im Grundgesetz garantierten Grundrecht ab.

Die Kolpingjugend teilte mit, sie grenze sich auf Basis des christlichen Leitbildes von den Positionen der Partei ab. „Als katholischer Jugendverband mit Sitz in Köln möchten wir darauf hinweisen, dass Köln eine liberale und weltoffene Stadt ist, in welcher unser Verbandsgründer Adolph Kolping mit seinem Einsatz für heimatlose Wandergesellen bereits im 19. Jahrhundert ein Zeichen für Offenheit und Solidarität setzte“, erklärte Bundesleiterin Anna-Maria Högg. Mit Äußerungen gegen Fremde widerspreche die AfD diesen Grundgedanken zutiefst.

Bundesleiter Peter Schrage ergänzte mit Blick auf AfD-Positionen zum Islam: „Wir glauben an den unschätzbaren Wert von kultureller Vielfalt und fürchten keine schleichende Islamisierung unserer Gesellschaft.“ Pauschale Verurteilungen von Menschen entsprächen nicht dem christlichen Menschenbild.

Der Kölner Kardinal Rainer Maria Woelki würdigte die geplanten Gegendemonstrationen zum AfD-Parteitag. Die christlichen Kirchen kündigten am Mittwoch die Teilnahme an den Kundgebungen an. Die Aktionen stehen unter dem Motto „Unser Kreuz hat keine Haken“. Die Demonstrationen stellten sich „gegen Rassismus und für Weltoffenheit, Toleranz und Solidarität“, so Woelki. Er rief auch dazu auf, sich am Wochenende mit den wichtigen Botschaften des Tages zu beschäftigen: „Am weißen Sonntag steht für mich der Friedensgruß des vom Tode auferstandenen Christus im Vordergrund und nicht die Versammlung einer nicht im Bundestag vertretenen Partei, deren Vertreter nur viel polemisches Geschrei und keine Lösungen bieten.“

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