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Land Niedersachsen begrüßt Gründung eines neuen Islam-Verbands

Ziel sei, in nächster Zeit die Stimme bei den Diskussionen um das Verhältnis zwischen Staat und Religion zu erheben

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Foto: A. Altiner

Hannover (KNA). Die niedersächsische Regierung hat die Gründung eines neuen unabhängigen muslimischen Landesverbandes begrüßt. „Ich freue mich auf eine konstruktive und intensive Zusammenarbeit“, sagte die Landesbeauftragte für Migration und Teilhabe, Doris Schröder-Köpf, am 28. Januar in Hannover. „Besonders erfreulich ist, dass der neue Moscheeverband es als seine Pflicht ansieht, für alle Ethnien offen und politisch unabhängig zu sein“, so die SPD-Politikerin.

Elf Moschee-Gemeinden aus Niedersachsen hatten am 26. Januar in Hannover den Verband „Muslime in Niedersachsen“ gegründet. Vorsitzender ist Avni Altiner aus Hannover, der frühere Vorsitzende des islamischen Landesverbandes Schura. „Wir möchten die Muslime in Niedersachsen vertreten, die sich als unabhängig von politischen und finanziellen Bindungen an das Ausland verstehen“, sagte Sprecher Firouz Vladi der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA).

Ziel sei, in nächster Zeit die Stimme bei den Diskussionen um das Verhältnis zwischen Staat und Religion zu erheben, kündigte er an. Unter den Mitgliedern seien bislang Gemeinden aus Osnabrück, Hannover, Braunschweig, Nienburg und Vechta. Zum elfköpfigen Vorstand zählten auch mehrere Frauen.

Vladi betonte, dass der Verband allen Muslimen unabhängig ihrer Herkunft offenstehe. „Wer heute als junger Muslim in Hannover geboren wird, für den ist völlig ohne Belang, ob der Vater oder Großvater aus der Türkei, aus Ägypten oder anderswoher stammt. Er ist deutscher Bürger muslimischen Glaubens.“ Bislang vertrete der neue Verband Gemeinden mit arabischen, kurdischen, bosnischen und afrikanischen Wurzeln.

In Niedersachsen gibt es nun drei muslimische Verbände: Neben dem Neugegründeten sind das die Schura und der türkisch-muslimische Verband Ditib. Das neue Bündnis entstand vor allem wegen jüngst laut gewordener Vorwürfe gegen Ditib aufgrund ihrer Nähe zur Türkei. Im November war der komplette Ditib-Landesvorstand um den damaligen Vorsitzenden Yilmaz Kilic aus Protest gegen zunehmende Einflussnahme aus Ankara zurückgetreten. Die Landesregierung hatte erst am 25. Januar angekündigt, trotzdem weiterhin mit Ditib zu kooperieren. Dafür hätten sich bei einer Überprüfung nahezu alle Ministerien ausgesprochen, hieß es aus der Staatskanzlei. Grund seien mangelnde Alternativen.

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