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Man braucht sich doch

Türkei: Die IZ beteiligte sich an einer spannenden Debatte

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Foto: IZ Medien

(iz). Fest steht: Das deutsch-türkische Verhältnis könnte besser sein. Nach den letzten unruhigen Wochen, die Medien, soziale Netzwerke, einfache Bürger und sogar die „hohe Politik“ beschäftigten, gilt dies umso mehr. Kurzum: Es wurde einiges an Porzellan zerschlagen. Und es entstand eine schlechte Atmosphäre, die nicht nötig gewesen wäre.

Genauso wahr ist aber auch, dass die traditionelle deutsch-türkische Partnerschaft, manchmal Freundschaft, zu wertvoll ist, um sie für eine Ansammlung temporärer Lappalien aufs Spiel zu setzen. Darüber hinaus gibt es genug realpolitische Argumente, warum sich Ankara und Berlin jetzt brauchen. Die Macht- und Einflussverhältnisse mögen sich im Vergleich zu früher geändert haben, aber alleine ein Blick auf die Außenhandelsbilanzen sowie die komplementären Investitionen sollten als Begründung reichen. Von der gegenseitigen Abhängigkeit beider Seiten in der Flüchtlingskrise ganz zu schweigen. Keiner der beiden Partner ist für sich stark genug, seine Interessen alleine durchzusetzen. Zumal Berlin eine der treibenden Kräfte im EU-Kompromiss mit der Türkei war.

Über dieses und andere Themen diskutierten auf Einladung des hochrangigen türkischen Thinktanks der SETA Stiftung in Ankara am 28. April mehrere Redner zum Thema „Deutschland und die Türkei: Beziehungen am Scheideweg“. Enes Bayrakli von SETA, Dr. Thomas Krumm von der Deutsch-Türkischen Universität in Istanbul und IZ-Chefredakteur Sulaiman Wilms waren sich einig, dass beide Länder zu sehr miteinander verbunden sind, als dass sie Interesse an einer anhaltenden Verschlechterung ihres Verhältnisses haben könnten. Prof. Muhittin Ataman, Leiter der hauseigenen Vierteljahreszeitschrift „Insight Turkey“, sprach von wechselseitigen Abhängigkeiten, die ein gutes Verhältnis von Berlin zu Ankara unabdingbar machten.

Sulaiman Wilms, der in der aktuellen Ausgabe von „Insight Turkey“ einen Artikel zum Türkeibild deutscher Medien (Zusammenfassung in IZ Nr. 252) veröffentlichte, bedauerte das gegenwärtige „Ungleichgewicht deutscher Medien gegenüber der Türkei“. Das sei, in Anlehnung an den Historiker Dr. Eberhard Straub, nicht nur ein Zeichen mangelnder Bildung, sondern ignoriere auch den wachsenden Einfluss türkischstämmiger LeserInnen auf dem deutschen ­Medienmarkt.

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Laila Massoudi

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