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Maqasid al-Sharia Konferenz in Paderborn. Ein Nachbericht von Idris Nassery, Dr. Tuba Isik, Dr. Muna Tatari

Auch der Tradition verpflichtet

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(iz). Am vergangenen Sonntag ging in Paderborn die Internationale Tagung „Maqasid al-Sharia“, die vom Zentrum für Komparative Theologie und Kulturwissenschaften der Universität Paderborn ausgerichtet wurde, zu Ende. Mit ihrer hochrenommierten Besetzung bewies die Tagung, wie wissenschaftlich anspruchsvoll über die aktuellen Herausforderungen unserer Zeit für die Scharia gearbeitet werden kann. Spannende Debatten entstanden zu Themen wie „Menschenrechte“, „Gendergerechtigkeit“, „islamisches Bankwesen“ und „religiöse Minderheitenrechte“.

Die Veranstaltung wurde in feierlichen Räumlichkeiten (Schloß Neuhaus) mit einem Vortrag von Prof. Dr. Muhammad Khalid Masud (Islamabad/Pakistan) eröffnet, der über Religionsfreiheit in multireligiösen Gesellschaften sprach. Am nächsten Tag referierten in einem straff organisierten Programm islamische Denker und Theologen wie Prof. Jasser Auda (Doha/Katar), Prof. Ebrahim Moosa (Notre Dame/USA), Prof. Heiner Bielefeld (Nürnberg-Erlangen), Prof. Clark Lombardi (Washington/USA), Prof. Rumee Ahmeed (BC, Kanada), Dr. Muhammad Nakroumie (Münster), Dr. Muna Tatari (Paderborn), die zu den fünf schützenswerten Gütern der Maqasid sprachen: Glaube (din), Leben (nafs), Abstammung (nasl), Intellekt (aql) und Eigentum (mal).

Mit der Maqasid al-Sharia wird ein methodologischer Zugang im Umgang mit der Scharia bezeichnet, der sich die grundsätzliche Frage stellt, inwieweit bestimmte juristische Regelungen, die im Fiqh (Jurisprudenz) in der klassischen und normativ geltenden Zeit der Islamischen Geistesgeschichte getroffen wurden, heute angewendet werden können. Über die Erforschung des Zwecks beziehungsweise der Ziele (maqasid) der Scharia, kann, so war aus vielen Beiträgen zu entnehmen, ein Raum geschaffen werden, über den Wortlaut der islamischen Normenlehre hinaus zu denken.

Allerdings und auch das war eine Ansicht, die große Zustimmung fand, kann dies angesichts der Komplexität des Rechtskorpus allein in einem der Tradition verpflichteten und aus ihr schöpfenden Ansatz erfolgreich geschehen. Mit Hilfe dieses zweckorientierten Ansatzes wird es möglich sein, so ließ sich den angeregten Diskussionsbeiträgen entnehmen, der Dynamik der islamischer Normenlehre neuen Ausdruck zu verleihen.

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