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Medien: ARD sendet im November die Reihe „Gesichter des Islam“

Ohne Scheuklappen

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(iz). Im November startet die ARD die Ausstrahlung des multimedialen Projekts „Gesichter des Islam“, das aus einer vierteiligen TV-Dokumen­tation, die in einer kürzeren und einer länge­ren Version vorliegt, einer ebenfalls vierteiligen Hörfunk-Reihe sowie einem großformatigen, hochwertig bebilderten Begleitbuch besteht. Konzi­piert wurde das Projekt, das eine Ge­mein­schaftsproduktion mehrerer ARD-Sender ist, von Reinhard Baumgarten (SWR). Die Regie der Serie führte Han­nes Schuler, produziert hat sie Hartmut Schwenk. Gedreht wurde an Orten in Deutsch­land, Spanien, Marokko, Ägypten, ­Saudi-Arabien, der Türkei, Iran und ­Indonesien. In den nach vier Themenfeldern gegliederten Dokumentationen „Glaube und Kultur“, „Männer und Frauen“, „Frieden und Gewalt“ sowie „Wissen und Fortschritt“ kommen ­un­ter anderem Politiker, Wissenschaftler, Nobelpreisträger, Schriftsteller, islami­sche Gelehrte und viele einzelne Muslime aus verschiedenen gesell­schaft­lichen Bereichen zu Wort.

Die Dokumentationen sollen dem geringen Wissensstand über den Islam in Deutschland abhelfen und zu einer besseren Verständigung beitragen, die gerade angesichts der aktuell wieder einmal aufgeheizten Debatte dringend notwendig scheint. Bei der visuellen Dar­stellung wurde besonders auf eindrückliche und ästhetische Bilder ge­achtet, bei der Hörfunk-Version auch auf die akustische Untermalung, um auch die Schönheit des Islam und muslimischen Lebens zeigen zu können, wie Reinhard Baumgarten erklärt.

„Es gibt ein großes Informations­defizit. Islam wird hierzulande oft mit Gewalt, Unterdrückung und Terror­ismus gleichgesetzt. In den Glaubens­inhalten sind Christen und Muslime aber nicht so weit auseinander wie es auf den ersten Blick erscheinen mag. Der Islam ist bei näherem Hinsehen gar nicht so fremd“, sagt Baumgarten.

In der Dokumentation werde den bestehenden Ängsten und Vorbehalten gegenüber dem Islam auch nachgegangen und nach Antworten darauf gesucht. „Wir haben dabei weder unsere Neugierde noch unsere Skepsis abgelegt, aber doch etliche Vorurteile“, so Reinhard Baumgarten weiter.

Baumgarten, der beim südwestdeut­schen SWR in der Redaktion Religion, Kirche und Gesellschaft tätig ist und dort unter anderem das „Islamische Wort“ betreut (ein ähnliches Format wie das „Forum am Freitag“ des ZDF), betont, dass Muslime und Nichtmuslime bereits in der Geschichte gegenseitig voneinander gelernt hätten und dies auch weiterhin täten.

Baumgarten warnt vor einer weiteren Zunah­me der Konfrontation: „Die Folgen einer weiteren Eskalation wären verhee­rend. Terror und Kriege der ­vergangenen Jahre liefern dazu einen Vorgeschmack.“

Die in Deutschland lebenden Muslime sollten nicht als mögliche Gefahr, sondern vielmehr als potenzielle Chance für unser Land gesehen werden, meint der Journalist, der jahrelang in muslimischen Ländern gelebt hat: „Vorur­teile auf beiden Seiten führen zur Ab- und Ausgrenzung. Je mehr wir übereinander wissen, desto weniger sind wir auf Vorurteile angewiesen. Deshalb auch die Reihe ‘Gesichter des Islam’.“ In Deutschland wurde unter anderem beim Jahresmeeting der Muslimischen Jugend (MJD) gedreht und in der großen Moschee in Duisburg-Marxloh; in Andalusien kommen spanische Muslime zu Wort, auch in der relativ neuen Mo­schee von Granada (gegenüber der berühmten Alhambra) wurde gefilmt. In Marokko werden beispielsweise die „Murschidat“, staatlich ausgebildete weibliche Islam-Lehrerinnen, gezeigt.

Die vier jeweils 30-minütigen Fern­seh­filme werden ab 14. November ­jeweils Sonntags um 17.30 Uhr in der ARD ausgestrahlt. Die etwas längeren 45-minütigen Fassungen laufen ab ­Januar in den dritten Programmen. Im Schweizer Fernsehen SF 1 beginnt die Reihe ab 21. November, im öster­reichischen ORF wird sie voraussichtlich im Frühjahr 2011 gesendet.

Die Hörfunkreihe startet in verschie­denen Sendern überwiegend ebenfalls ab dem 14. November, im RB ab 9. November. Genauere Einzelheiten zu den Sendeterminen können der unten ge­nannten Webseite entnommen werden. Das Begleitbuch erscheint voraussicht­lich ebenfalls Anfang November.

Webseite: www.swr.de/islam (ab ca. 05.11. online)

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