IZ News Ticker

Medienwirbel um Schweizer Pfarrerin

Theologin schrieb beim Hetzblog

Werbung

Bern (KNA). Eine Pfarrerin der Reformierten Kirchen in der Schweiz sorgt für Aufsehen. Im Fall von Christine Dietrich-Gutknecht untersucht eine Anwaltskanzlei im Auftrag ihrer Kantonalkirche den Vorwurf, sie wirke an einem islamkritischen und -feindlichen Internetportal mit.

Dietrich-Gutknecht, Pfarrerin von Siselen-Finsterhennen im Kanton Bern, so hatten jüngst die „Frankfurter Rundschau“ und die „Berliner Zeitung“ berichtet, soll das Webportal „Politically Incorrect“ (PI) mitbetrieben und darin islamfeindliche Texte veröffentlicht haben. Brisant: PI wird als einer der Blogs genannt, in dem der norwegische Amokläufer Anders Behring Breivik sein Gedankengut gesammelt habe.

Die promovierte Theologin hat die Anschuldigungen gegenüber einigen Schweizer Zeitungen grundsätzlich bestätigt und sich dabei zugleich von PI distanziert. Mit der Untersuchung, heißt es bei der Reformierten Kirche Bern-Jura-Solothurn, solle „objektiv abgeklärt“ werden, was Fakt und was gegebenenfalls falsche Anschuldigung sei. Eine „Vorverurteilung“ bedeute dies noch nicht. Die Pfarrerin habe glaubwürdig zugesagt, dass sie bei PI nicht mehr in der Form wie früher aktiv sei; sie habe ihre Beiträge bei PI und „Facebook“ gelöscht. Mit Ergebnissen der Untersuchung sei Ende November zu rechnen.

Was auf PI veröffentlicht werde, stellte Simon Weber, Sprecher des Schweizerischen Evangelischen Kirchenbunds (SEK) klar, entspreche in keiner Weise der Gesprächskultur des Kirchenbunds. Der interreligiöse Dialog sei extrem wichtig. Ebenso unterstrich Matthias Zeindler, dass die reformierte Landeskirche Islamophobie und Entwürdigung anderer Religionen ablehne; das Verhältnis zu nicht-christlichen Religionen sei geprägt von Respekt und Dialogbereitschaft. Für die Pfarrer und Pfarrerinnen gelte Meinungsfreiheit, untersagt seien aber „Nebentätigkeiten, die in Widerspruch zum kirchlichen Auftrag stehen“.

Gemäß Schweizer Presseberichten soll Dietrich-Gutknecht eine „Schlüsselrolle“ bei PI gespielt haben. In dem Blog, ein „Sammelbecken deutschsprachiger Islamkritiker und -feinde“, habe sie unter dem Pseudonym Jeanne d‘Arc publiziert. Kopf von PI sei der Kölner Ex-Sportlehrer Stefan Herre, jüngst Mitveranstalter des Auftritts der Rechtspopulisten Geert Wilders und Oskar Freysinger in Berlin. Dietrich-Gutknecht hat nach eigenen Angaben 2008 sieben Monate lang für den damals arbeitslosen PI-Chef die Rechnungen für die Webseite bezahlt.

In dem Blog sei die Mittdreißigerin als Pfarrerin, „die sich mutig für die Freiheit und die Menschenrechte einsetzt“ und sich im Gegensatz zu vielen kirchlichen Stellen „keinen Illusionen über die Gefährlichkeit des Islam hingibt“ bezeichnet worden. Von einer „Hetzjagd gegen eine sehr beliebte Pfarrerin“ spricht der Kirchenvorsteher ihrer Gemeinde. Eine Hasspredigt habe diese dort „noch nie“ gehalten.

Euch gefällt der Artikel? Hier könnt ihr ihn teilen!

Facebook
Twitter
Instagram
Lade...

Wenn Sie diese Seite weiter benutzen, akzeptieren Sie die Verwendung von Cookies. mehr Informationen

Wir verwenden Cookies, um Inhalte und Anzeigen zu personalisieren, Funktionen für soziale Medien anbieten zu können und die Zugriffe auf unsere Website zu analysieren. Außerdem geben wir Informationen zu Ihrer Verwendung unserer Website an unsere Partner für soziale Medien, Werbung und Analysen weiter. Unsere Partner führen diese Informationen möglicherweise mit weiteren Daten zusammen, die Sie ihnen bereitgestellt haben oder die sie im Rahmen Ihrer Nutzung der Dienste gesammelt haben. Sie stimmen der Verwendung von Cookies zu, wenn Sie "Akzeptieren" klicken.

Schließen