IZ News Ticker

Menschenrechtler: Volkswagen soll sich aus Xinjiang zurückziehen

Zwangsarbeit in Lieferketten müsse laut GfbV restlos aufgeklärt werden

Werbung

Foto: Hanno Schedler

Göttingen (GfbV). Der Wolfsburger Automobilkonzern Volkwagen soll sich aus der westchinesischen Provinz Xinjiang / Ostturkestan zurückziehen. Das forderten die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV), die Ostturkistanische Union in Europa e.V., die Jüdische Studierendenunion Deutschland (JSUD) und die Ilham Tohti Initiative am 29. September. Auf einer Demonstration am Wolfsburger Hauptbahnhof prangerten die Menschenrechtsorganisationen die anhaltenden Verbrechen in der Region an.

„Die Volkwagen AG macht sich durch ihr anhaltendes Schweigen zu den Menschenrechtsverletzungen in direkter Nachbarschaft zu ihrem Werk in Urumqi mitschuldig an den Verbrechen“, erklärte Hanno Schedler, GfbV-Referent für Genozid-Prävention und Schutzverantwortung am Rand der Veranstaltung. „Die uigurischen, kasachischen und kirgisischen Muslime werden in Xinjiang nicht weniger unterdrückt und kontrolliert, als die Menschen zur Zeit der Militärdiktatur in Brasilien.“

Dort musste der Konzern wegen seiner Kollaboration mit dem Regime jüngst Entschädigungen in Millionenhöhe zahlen. Die Konzernführung müsse sich an den eigenen Code of Conduct erinnern und die Reißleine ziehen, anstatt die Fehler der Vergangenheit zu wiederholen. Andere internationale Unternehmen wie H&M und Adidas hätten bereits erklärt, die Region Xinjiang aus ihren Lieferketten zu verbannen.

„Weil Volkswagen vom chinesischen Markt abhängig ist, unterwirft sich das Unternehmen der Kommunistischen Partei Chinas“, so Schedler. „Diesen Mangel an Haltung darf sich ein globales Unternehmen nicht leisten. VW muss Fachleuten der UN Zugang zum Werk in Urumqi gewähren und mögliche Zwangsarbeit in den Lieferketten vor Ort restlos aufklären. Auch das Land Niedersachsen muss hier als wichtiger Aktionär für Aufklärung sorgen.“

Auf Bundesebene müsse endlich ein Lieferkettengesetz her, das Konzerne haftbar mache, wenn sie von Menschenrechtsverletzungen in ihrer Lieferkette profitieren. Bisher schöben sich Wirtschaft und Politik gegenseitig die Verantwortung dafür zu, mit dem Ergebnis, dass sich nichts verbessere.

Zur verheerenden Menschenrechtslage in China kommen seit Jahren immer neue, schockierende Details ans Licht. Noch immer werden neue Internierungslager in der Provinz Xinjiang gebaut, zunehmend in der Nähe von Industrieparks. Den Berichten zufolge werden die Gefangenen dort zur unentgeltlichen Arbeit gezwungen. Jüngst wurde bekannt, dass dieses Internierung- und Zwangsarbeitssystem zunehmend auch in Tibet etabliert wird.

Einige Bilder der Veranstaltung hängen dieser Mitteilung an. Weitere Medien stellen wir Ihnen auf Wunsch gerne zur Verfügung.

Euch gefällt der Artikel? Hier könnt ihr ihn teilen!

Facebook
Twitter
Instagram
Lade...

Wenn Sie diese Seite weiter benutzen, akzeptieren Sie die Verwendung von Cookies. mehr Informationen

Wir verwenden Cookies, um Inhalte und Anzeigen zu personalisieren, Funktionen für soziale Medien anbieten zu können und die Zugriffe auf unsere Website zu analysieren. Außerdem geben wir Informationen zu Ihrer Verwendung unserer Website an unsere Partner für soziale Medien, Werbung und Analysen weiter. Unsere Partner führen diese Informationen möglicherweise mit weiteren Daten zusammen, die Sie ihnen bereitgestellt haben oder die sie im Rahmen Ihrer Nutzung der Dienste gesammelt haben. Sie stimmen der Verwendung von Cookies zu, wenn Sie "Akzeptieren" klicken.

Schließen