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Mental gesund in der Quarantäne

Die australische Psychologin Zubia Awais über Wege und Mittel, mit Negativdenken umzugehen

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Foto: Freepik

(Hikaayat.com). Positiv bleiben, sagen sie … doch wie lässt sich „positiv bleiben“, wenn der Geist die Neigung hat, die Welt durch eine negative Brille zu sehen? Personen, die Ereignisse wie die Corona-Krise und den „Lockdown“ als Katastrophe sehen, haben wahrscheinlich eine schwierigere Zeit, in sich zu ruhen und leicht eine positive Einstellung zu entwickeln. Als Kinder übernehmen wir Bewältigungsstrategien und Verteidigungsmechanismen. Diese beeinflussen unsere Denkweise. Schließlich schaffen und bestimmen sie unsere Verhaltensmuster. Darauf getrimmt zu sein, auf eine bestimmte Weise über viele Jahre zu denken, führt zu einer Gewohnheit, die vom Aufwachsen, Konflikt und Erfahrungen beeinflusst ist.

So ermutigen einige Haushalte nicht zu gesunden Bewältigungsstrategien, wenn negative Erfahrungen gemacht werden. Noch bestätigen sie die Emotionen des Anderen. In diesem Fall kann das herausfordernde Emotionen wie Angst und Stress erzeugen. Das Kind in der Familie könnte schädigende Strategien entwickeln, mit denen es Negativgefühle bewältigt. Hinzu kommt ein negatives Sprechen über sich selbst, da diese Gefühle nicht angenommen wurden und so sich als „falsch“ anfühlen.

Diese seelischen Mechanismen der ­Verarbeitung und Einflüsse funktionieren im Allgemeinen unbewusst. Sie beeinträchtigen die Lebensqualität – ohne unser bewusstes Wissen. Aus diesem Grunde ist es so wichtig, sich dessen bewusst zu werden, was das Gefühl unserer emotionalen Stabilität, Frieden, Resilienz und ein gesundes Bewusstsein blockiert. All das führt uns zu unserem wahren Selbst.

Um sich trotz dunkler Momente lebendig und geerdet zu fühlen, brauchen wir Resilienz und positive Denkgewohnheiten. Beide vergrößern unsere Widerstandsfähigkeit und das Gefühl von Kontrolle. Damit haben wir die Fähigkeit, uns nach vorne zu bewegen und können mit Sorgen oder Ereignissen umgehen. Das kann uns dabei helfen, uns unserer tief verwurzelten Konflikte und unserer Art und Weise, wie wir diese handhaben, bewusst werden sowie unsere Beziehung mit anderen beeinflussen.

Es gibt Möglichkeiten, um nicht nur dabei zu helfen, gesunde psychische Gewohnheiten zu entwickeln, sondern auch Absichten der Selbstsorge zu dienen und zu helfen, ein wahres, authentisches Selbst zu werden.

1. Keine negativen Selbstgespräche mehr: Um negative Selbst-Botschaften zum Verstummen zu bringen, müssen wir uns bewusst werden, wie wir miteinander sprechen; müssen bewusst werden, wie wir uns behandeln. Die meiste Zeit führen abträgliche innere Dialoge zu Angst und führen schlimme Gefühle fort.

Wir verlieren die Perspektive und ­Logik und erwarten, dass schlimme Dinge geschehen oder geschehen werden, selbst wenn das Gute in unserem Leben gegenwärtig ist (das kann an früheren Traumata/Ereignissen liegen oder dass Schmerzen/Angstzustände im Inneren verbleiben). Man kann auch sich und die Umgebung negativ sehen und so Paranoia entwickeln. Daher müssen wir aufmerksam gegenüber der Weise unseres inneren Gesprächs sein. Wie oft denken wir negativ und wie oft ist dieser Gedanke realistisch/logisch? Stammt er aus einem vergangenen, nicht gelösten Konflikt oder einer Verletzung? Wenn ja, wie können wir damit auf eine gesunde Weise selbst-mitfühlend umgehen?

Aktivität: Beginnen Sie zu bemerken, was auf Sie zukommt, und betrachten Sie sie als Botschaften, die Sie möglicherweise in der Vergangenheit gehört oder erlebt haben, oder als aktuelle Angst/negative Gefühle aufgrund eines beängstigenden Ereignisses.

Tipp: Beginnen wir mit Atemübungen. Sie beruhigen uns und reduzieren emotionale Furcht. Sobald wir ruhiger und geerdeter sind, ist es wahrscheinlicher, dass wir die untergründigen Fragen unserer Sorgen wahrzunehmen beginnen. Das erlaubt seinerseits einen Blick auf das eigene Denken durch einen offenen Verstand. Lösen wir uns von der Reaktion aus Angst (Kampf-oder-Flucht-Reaktion). Wir können nicht zulassen, dass unsere Emotionen unseren Sinn für Klarheit und rationales Denken versperren. Das ist kein leichter Prozess. Manchmal braucht es für einen Anfang professionelle Hilfe.

2. Mitgefühl mit dem Selbst: In dieser Zeit des „Lockdowns“ und der teilweisen Isolation ist es wichtig, dass wir freundlich mit uns umgehen. Mitgefühl für das eigene Selbst steigert Akzeptanz, emotionale Bestätigung und die Erfahrung positiver Bestärkung. Anstatt sich dafür zu schämen, dass Sie sich schlecht fühlen, schätzen Sie diese Gefühle, da diese Sie nur menschlich und real machen. Sie bestätigen unsere Realität – in der wir unsere guten Tage und positiven Gefühle, die solchen Zuständen folgen können – schätzen können.

Sich niedrig und negativ zu fühlen, ist nur vorübergehend. Lassen Sie sich von diesem vorübergehenden Gefühl oder negativen Ereignis nicht dauerhaft definieren. Sie sind viel mehr als das – Sie sind perfekt, einzigartig, voller unterschiedlicher Gefühle und Erfahrungen.

3. Negatives Denken beiseite lassen: Das ist ein sehr wichtiger Punkt. Ich habe meine negativen Gedanken/Gefühle immer geleugnet oder verdrängt, wenn sie wieder an die Oberfläche kamen. Das einzige, was ich dadurch lernte, war, dass dies meine Emotionen und Gedanken nur unangenehmer und viel stärker machte. Erlauben wir also unserem Verstand, sich darin zu üben, ihnen keine Macht zu geben.

Aktivität: Wenn sie an die Oberfläche kommen, heißen Sie sie willkommen, beobachten Sie sie und erkennen sie ihre Präsenz an. Body-Scan-Meditation ist eine großartige Möglichkeit, dies zu regeln. Bestätigen Sie sich, dass dies nur natürlich und vorübergehend ist, und fahren Sie mit dem fort, was Sie getan haben.

Tipp: Es ist gut, Negativgedanken zu hinterfragen, wenn sie aufkommen, und sie in einem Tagebuch festzuhalten. Das ist eine gesunde Ausdrucksform. Man wird feststellen, wie viele von ihnen falsch oder verzerrt sind.

4. Positive Erfahrungen: Liegen wir am Boden oder erleben Schlimmes, neigen wir dazu, zu diesen Emotionen und Erfahrungen zurückzukehren sowie uns an sie zu erinnern. Ein Ereignis zu fühlen, anstatt es zu erleben, ist das, woran wir uns am meisten erinnern – im Geist wie im Nervensystem. Erinnern wir uns beispielsweise an einen ängstlichen Gedanken, gibt es eine körperliche Reaktionen. Der Puls steigt und die Brust fühlt sich bedrängt an.

„Man kann nicht nur planen, das Schlechte zu vermeiden. Man muss auch planen, das Gute zu erleben – je tiefer, desto mächtiger sind die Erfahrungen. Man erinnert sich mehr an die schlechten als an die guten Zeiten. Wenn wir kämpfen, weinen wir eine Woche lang. Und wenn wir eine gute Zeit haben, feiern wir einen Tag lang“, schrieb der Motivationstrainer Jay Shetty.

Die Schaffung von mehr Positiverfahrungen stärkt und erweitert unseren Verstand. Wir haben mehr Hoffnung und Widerstandsfähigkeit. Je mehr ich während des Lockdowns meditiere, in mein Dankbarkeitsbuch schreibe, mich wieder mit meinen Hobbys aus der Kindheit verbinde oder positive Gesten mit meinen Lieben machen möchte, insbesondere in schwierigen Zeiten, desto widerstandsfähiger werde ich. Das heißt nicht, dass ich immer positiv gestimmt bin. Mein negativer Verstand hat mich motiviert, dieses Stück zu schreiben. Der Lockdown ist auch für mich überwältigend.

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