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München: Zur Strafverfolgung des “Retters von Sarajevo”

Protest gegen Divjak-Festnahme

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(iz). Der Bosnische Akademische Kreis e.V., ein in München ansässiges Netzwerk bosnischer Akademiker, hat in einem offenen Brief an das österreichische Innenministerium und das österreichische Bundeskriminalamt seine Bestürzung über Festnahme des bosnisch-herzegowinischen Generals a. D. Jovan Divjak in Wien durch die österreichische Polizei zum ausdruck gebracht. Divjak war aufgrund eines so genannten roten Interpol-Fahndungsbriefs festgenommen worden. Der Bosnische Akademische Kreis protestierte gegen die Festnahme und forderte die Behörden auf, Jovan Divjak nach Sarajevo auszufliegen und nicht an die serbischen Behörden auszuliefern.

Des weiteren fordern die Akademiker eine „abermalige Aktivierung der Zielfahndung von Seiten des österreichischen Geheimdienstes im Fall Ratko Mladic“, der sich vor dem Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag verantworten muss. Die bosnischen Akademiker werfen den österreichischen Behörden vor, sie hätten sich für „großserbische Interessen“ instrumentalisieren lassen, wie schon im Fall Ejub Ganic und Ilija Jurisic, die ebenfalls aufgrund roter Interpol-Fahndungsbriefe der Republik Serbien festgenommen worden seien.

Die „rechtmäßige Verteidigung des international anerkannten Staates Bosnien und Herzegowina gegenüber den angreifenden bosnisch-serbischen Truppen“ werde durch die Festnahme des früheren Generals Divjak in Frage gestellt. Weiter solle damit sogar die Legitimität des Staates Bosnien und Herzegowina in Frage gestellt werden, vermuten die Akademiker in ihrem Brief, um den Weg für eine zukünftige Abspaltung der „Republika Srpska“ von Bosnien zu ermöglichen. Die Verhaftung „unschuldiger bosnischer Bürger“ auf europäischen Flughäfen sei ein „bitterer Beigeschmack“ der neu gewonnenen Visa-Freiheit für die Bürger Bosnien-Herzegowinas.

Die bosnische Armee sei, wie am Beispiel Jovan Divjak ersichtlich, stets multi-ethnische zusammengesetzt gewesen und habe im Krieg sogar zeitweise unter einem Waffenembargo kämpfen müssen, die serbischen Truppen hingegen nicht. Die Armee von Bosnien und Herzegowina werde auch nicht in verbindung mit systematischen Kriegsverbrechen gebracht, anders als die damalige jugoslawische Volksarmee und die bosnisch-serbische Armee der Republika Srpska. Die bosnischen Akademiker äußerten in Unverständnis darüber, dass Österreich sich – aus ihrer Sicht – durch die Festnahme des bosnischen Ex-Generals zum Erfüllungsgehilfen einer „Strategie der Republik Serbien“ machen lasse.

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