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“Muslime & Globalisierung” – Contra: Nach den verheerenden Überflutungen in Pakistan bekommt die Klimadebatte neuen Auftrieb. Von Zofeen Ebrahim, Karachi

Folgen des Wachstums

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Klimaexperten sind sich uneinig, ob die pakistanische Flutkatastrophe ihre Ursache im Klimawandel hat oder nicht. Klar ist, dass es in den letzten Jahren zu immer extremeren Wetter­er­eig­nissen mit fatalen Folgen ­gekom­men ist.

(IPS). Nachdem sich Pakistan in der Gewalt der größten Flutkatastrophe seit 80 Jahren befindet, debattieren Umweltexperten, ob diese in Verbindung mit dem Klimawandel steht. Mehrere Wochen nachdem am 12. Juli unüblich schwere Regenfälle begannen, betrifft die pakistanische Flutkatastrophe zum jetzigen Zeitpunkt 14 Millionen Menschen. 1.600 kamen ums Leben. Es wurden enorme landwirtschaftliche Flächen, das Rückgrat der Wirtschaft, geschädigt.

Regierung, internationale Hilfsorganisationen und lokale wohltätige Gruppen bemühen sich um eine Milderung des Desasters, das zuerst die nordwestlichen Provinzen des Landes ergriff, aber sich nun auch auf das Punjab und die Region Sindh ausbreitete. Neben der Katastrophe starben in China bei ähnlichen Vorgängen mehr als 1.100 Menschen, während Russland zeitgleich von Dürre, Hitzewelle und Waldbränden getroffen wurde. Dies seien Anzeichen für eine Erderwärmung wegen der enormen Mengen von Treibhausgasen wie Kohlendioxid.

„Globale Erwärmung resultiert ohne Zweifel in katastrophalen Wetterereignissen. Die jüngsten Fluten sind ohne Zweifel ein Ergebnis des Klimawandels“, bekräftigt Simi Kamal, Geograf und Hydrologe. „Abnomale Temperaturen im Indischen Ozean erhöhten die Wasserverdunstung. Und im Norden Pakistans, wo die feuchten Windströmungen auf die Berge treffen und in kältere Höhen getrieben werden, wird diese Feuchtigkeit in Wolken freigegeben“, fügt Khalid Rashid, Mathematiker und Physiker, hinzu.

Andere sind vorsichtiger mit Urteilen über Verbindungen zum Klimawandel, stimmen aber zu, dass sich Wettermuster veränderten und so extremer und schwerer vorherzusagen sind. „Klimatologen können nicht sicher sein, ob die Fluten ein extremes Wetterereignis oder einen grundsätzlichen Wandel darstellen“, meint Ayyub Qutb, Fachmann für Wassermanagement in Islamabad. Und R.K. Pachauri, Chef des internationalen Panels für Klimawandel (IPCC), ist der Ansicht, dass es wissenschaftlich inkorrekt sei, ein einzelnes Ereignis mit dem menschengemachten Klimawandel in Verbindung zu bringen. Aber er stimmt zu, dass es ausreichend Hinweise auf eine Zunahme der Frequenz und der Intensität von Fluten, Dürren und extremen Verdunstungen weltweit gebe. Ejaz Ahmad, stellvertretender Direktor des World Wildlife Fund Pakistan, verbindet Wetteränderungen mit einer „Veränderung bei Verhaltensweisen der Landnutzung, schwerer Entwaldung im nördlichen Teil Pakistans und den ­Konflikten“ statt mit dem Klimawandel.

„Pakistan litt im letzten März unter einer starken Dürre, beinahe der gesamte Regenfall blieb aus und die Weizenproduktion wurde ernsthaft beeinträchtigt. Danach regnete es in Gebieten wie Gilgit-Baltistan, Broghil etc., die normalerweise nicht vom Monsun betroffen sind. Gleichfalls nahm die Häufigkeit von Wirbelstürmen zu“, erklärte Ahmad. „Vor einem Jahr kam der Wirbelsturm Yemyin und dieses Jahr der Wirbelsturm Phet. In der Vergangenheit hatten wir Wirbelstürme nur einmal pro Jahrzehnt.“

Steigende Temperaturen beschleunigen das Abschmelzen von Wasserquellen wie dem nördlich von Pakistan gelegenen Himalaya. Dieser ist das drittgrößte Reservoir für Schnee und Eis. Südasien ist einer der Brennpunkte des Klimawandel, wo internationale Experten Fluten und Dürren vorhersagten.

Nach Ansicht mancher hat Pakistans Mangel an Vorbereitung die Opferzahlen der Flut noch erhöht. Das Indusbecken war immer anfällig für Überflutungen, und so fragt sich mancher: „Warum trifft es uns immer unvorbereitet? Warum entwickeln wir keine Szenarien und planen für die Zukunft?”

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