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“Muslime & Globalisierung” – Ein Bericht zur Rolle des Goldes im Alltag und im wirtschaftlichen Leben der muslimischen Riesennation. Von Syeda Amna Nasir Jamal

Pro: Die Schätze Pakistans

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(iz). Ob in der Türkei, in der arabischen Welt oder auf dem Subkontinent: Muslimischen Frauen wussten schon immer, dass ihr Gold die beste Versicherung für die Zukunft ist. So verwundert es nicht, wenn angehende Bräute bis heute einen Teil der Brautgabe in Gold erwarten dürfen. Hier treffen sich Tradition und Moderne, denn seit geraumer Zeit empfehlen Experten einen teilweisen Umstieg auf Gold und Silber – zur Sicherung des eige­nen Vermögens.

Damit beweisen Bräute am Indus und Hausfrauen am Bosporus eine größere Fachkenntnis als jene Generation musli­mischer Finanzleute, die meint ihr Heil immer noch in einer „islamisierten“ Form des Bankings suchen zu müssen.

In den letzten Monaten erklommen die Goldpreise – analog zu den ­weltweiten Märkten – immer neue, ungeahnte Höhen. Das Interesse an dem gelben ­Metall wurde dadurch auch hier immer weiter angefacht. Parallel zum Ansteigen des Goldpreises verliert die pakistanische Rupie immer mehr an Wert. Seit Anbeginn der Zeiten wird das gelbe Metall nicht nur wegen seiner Eignung als Schmuckmetall weltweit respektiert. Es ist auch das am häufigsten benutzte Mittel, um „für schlechte Zeiten“ zu sparen. Als Investitionsmittel bringt es heute bessere Erträge als feste Einlagen.

Allerdings schreckt die jetzige Spekulationsblase langfristige Investoren und Sparer ab. „Wenn die Goldpreise in die Höhe schießen, scheuen Endverbraucher und Investoren etwaige Risiken. Sie ­legen ihr Geld dann an, wenn sich die Preise stabilisieren“, sagte Haji Haroon Chand von der Vereinigung der Goldhändler in der pakistanischen Provinz Sindh. Auf lange Sicht sei Gold immer noch die beste Investitionslösung. Ein Beweis dafür seien die zunehmenden Preise der ­letzten Jahre, sagte Chand. Da sich die zunehmenden Lebenshaltungskosten auch auf die Kaufkraft ­breiter Bevölkerungsschichten Pakistans auswirkt, kommt es zu Veränderungen in den Kaufgewohnheiten potenzieller Gold- und Silberkunden. Da die Verbraucher auch weiterhin von Edelmetal­len überzeugt seien, sich aber nur noch geringere Mengen leisten könnten, geht der Trend zur leichteren Schmuckstücken. Langfristige Sparer und Investoren haben hingegen Grund zur Freude. In Pakistan haben sich ihre ­Investitionen in vier Jahren verdoppelt.

Pakistan verfügt über eine der weltbesten Schmuckindustrien. Ihre handgemachten Entwürfe kennen nicht ihres­gleichen. Es hat auch Weltklasse-Lagerstätten für Edelsteine beziehungsweise Halbedelsteine – Rubine aus dem Hunza-Tal, rosa Smaragde aus Swat und ­Peridot aus Kohistan. Es gibt keine pakistanische Hochzeit, die ohne Goldschmuck komplett wäre. Auf den Einkaufslisten der Eltern von Braut und Bräutigam ist er traditionell der teuerste Punkt. Frauen jedes Alters wollen Schmuck und Fußringe tragen, um schöner auszusehen. Daher sind die Geschäfte hier voll davon. In Pakistan, wie in vielen asiatischen Ländern, ist Goldschmuck aber mehr als nur eine ­Sache der Schönheit. Das gilt auch für die Frauen.

Nach Erfahrung von Ikhlaque, einem lokalen Juwelier, sind seine Verkäufe „in Ordnung“ – trotz des steigenden Goldpreises. Qurat, die für ihre Hochzeit im November einkaufte, sagte, dass sie wegen der hohen Preise anderen Schmuck für die Feier kaufen werde und ein ­kleines Halsband mit Anhänger für ihre Brautgabe. Einige Gelehrte und Mullahs in traditionellen Regionen wie dem Swat-Tal versuchen seit Jahren, die Leute von dieser Tradition der Brautgabe abzuhalten, da sie nicht zwingend vorgeschrieben sei. Im Swat-Tal gilt die einfache Regel: kein Gold, keine Hochzeit. Kurz vor der Hochzeit präsentieren die Eltern ­üblicherweise den Hochzeitsschmuck vor Gästen. Nach der Hochzeit betritt die Braut das Haus ihre Gatten, das mit Gold geschmückt wird. Es hat aber nicht nur einen dekorativen Zweck, sondern ist eine Investition in die Zukunft der ­Familie.

Selbst bei einem Anstieg der Goldpreise profitiert die Schmuckindustrie Pakistans weiterhin. Eltern, Bräute und Anwärter haben schon seit Längerem ­Silberschmuck beziehungsweise vergolde­tes Silber entdeck. Auch Edelsteine bezie­hungsweise Halbedelsteine werden immer wichtiger.

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