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„Muslime & Globalisierung“ – Grüne Wirtschaft ist keine höhere Mathematik und noch nicht einmal allzu kostspielig. Von Stephen Leahy

Nachhaltigkeit ist ökonomisch machbar

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(IPS). Um in Sachen Klimawandel zu handeln, müssen wir das Bruttosozialprodukt nicht schädigen. Und tatsächlich ist es sogar wahrscheinlicher, dass ein solches Handeln das Wachstum befördern wird. Das zeigen mittlerweile die meisten Analysen. Der letzte Bericht, der das Diktum bestätigt, wonach schnelles Handeln erschwinglich sei, war ein Report der Globalen Kommission für Wirtschaft und Klima, der im Oktober in New York veröffentlicht wurde. „Es gibt keinen Anlass für Befürchtungen, wonach ein anspruchsvolles Handeln zur Reduzierung von Kohlendioxidemissionen zu hohen wirtschaftlichen Kosten führen muss“, meint der Ökonom Robert Repetto, vom Internationalen Institut für Nachhaltige Entwicklung (IISD) und ehemaliger Professor an der Yale Universität. „Diejenigen, die behaupten, die Kosten für ein klimafreundliches Handeln würden steigen, repräsentieren jene Branchen, die davon beeinträchtigt werden“, sagte Repetto gegenüber IPS.

Dazu gehörten der Sektor der fossilen Energieträger sowie andere, die von der Kohlenstoffverbrennung profitieren: Eisenbahnen, Pipelinebauer sowie weitere Industriezweige. Repetto stimmt dem Bericht der globalen Kommission zu, wonach ein klimagemäßes Handeln heute die Wirtschaften nicht schädigen werde. Ein Zögern werde aber außerordentlich kostspielig sein. „Die Kosten für die Verbrennung fossiler Brennstoffe sind enorm, selbst wenn wir ihre Klimafolgen nicht in die Bilanz mit aufnehmen“, ist seine Ansicht.

Derzeit kostet Luftverschmutzung zehn Prozent des jährlichen Bruttosozialproduktes von China. Das liegt an gestiegenen Gesundheitskosten durch Verschmutzung und Smog sowie Schäden für Ernten und Gebäude. In Indien seien es bis zu sechs Prozent. Auch Deutschland und seine Nachbarländer, wie Polen, verlören laut Repetto sechs Prozent seines BIP. Diese Kosten alleine wären größer als die zusätzlichen Summen, die für die Installierung alternativer Energien anfielen.

UN-Generalsekretär Ban Ki-moon merkte an, dass „das heimische Wirtschaftswachstum und ein Handeln aufgrund von Klimawandel zwei Seiten der gleichen Medaille“ seien. Zu viele Regierungen und Führer verstünden diese Realität nicht und das müsse sich ändern. Die US-Regierung – unter mehreren anderen – verlässt sich weiterhin auf ein prominentes, aber grundsätzlich fehlerhaftes Wirtschaftsmodell namens DICE. Entwickelt vom bekannten US-Ökonomen Nordhaus, geht es davon aus, dass ein klimabewusstes Handeln mehr kosten werde als die Folgen eines Klimawandels. Es meint auch, dass Verbesserungen bei den alternativen Energien viel langsamer seien, als sie es in Wirklichkeit in den letzten Jahrzehnten waren.

Würden diese fragwürdige Annahmen korrigiert, so Repetto und andere, dann zeige das DICE-Modell, dass „eine viel aggressivere Politik zur Reduzierung von Emissionen“ gefordert sei, denn das Wirtschaftswachstum bliebe dabei stabil. Die eigentlichen Kosten, den Anstieg der globalen Temperaturen unter zwei Grad Celsius zu halten, wären laut Bericht viel geringer als anfangs befürchtet.

Verpflichtungen zur Emissionsreduzierung sollten grundlegender Bestandteil jeder Entscheidung sein, neue Dinge zu bauen. Stattdessen werden hunderte Milliarden in neue Infrastrukturen investiert, die den Klimawandel verschlimmerten. „Wir haben das Geschehen vor uns selbst verborgen. Eine kohlendioxidlastige Zukunft wurde durch die globalen Kapitalinvestitionen zementiert“, sagt Robert Socolow, Autor einer parallelen Studie über CO2-Fußabdrücke. Pläne oder Strategien zur Beschneidung des Kohlendioxidausstoßes müssten viel mehr Raum in solchen Investitionen erhalten. Derzeit belegten die Daten, dass „wir uns mehr denn je auf fossile Brennstoffe verlassen“, meinte Socolow vorab gegenüber IPS. Die Zeit sei längst vorbei, in der „wir unseren Weg zum Wohlstand verbrennen könnten“, so Ban Ki-moon. Eine strukturelle Umwandlung sei vonnöten.

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